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17-12-18 09:20:00,

Wiederaufbauarbeiten in Raqqa. Bild: ANF

Konflikt zwischen amerikanischen und türkischen Interessen verschärft sich

Im Frühjahr schien es schon einmal so weit zu sein, als US-Präsident Donald Trump am 3. April ankündigte, bald die US-Truppen aus Syrien abzuziehen. Das hatte er wohl mal wieder ohne seine Sicherheitsberater und das Pentagon gemacht. Bald war davon nichts mehr zu hören.

Schon am 6. April war anlässlich des Syriengipfels Türkei – Russland – Iran zu hören, die US-Truppen würden noch bleiben. Die Türkei war mit ihren Milizen in Afrin eingerückt und drohte immer wieder mit der Besetzung der von Kurden kontrollierte Gebieten östlich des Euphrat, der Konflikt zwischen den USA (sowie Israel) und Iran spitzte sich in Südsyrien zu, wo die USA eine Landverbindung von Iran über Irak und Syrien nach dem Libanon verhindern wollen, und, wohl entscheidend, der angebliche Giftgasangriff in Duma am 8. April, also wenige Tage nach der Ankündigung zog Donald Trump gleich wieder tief in den Syrien-Krieg. Am 15. April schossen die USA, Großbritannien und Frankreich Raketen auf syrische Ziele ab, die dem angeblich weiter betriebenen Chemiewaffenprogramm zugeordnet wurden.

Seitdem ist klar, dass die USA auf den kurdisch kontrollierten Gebieten mit den dort stationierten US-Truppen eine amerikanische Zone mit Stützpunkten und Flughäfen sowie den SDF als lokalen Bodentruppen auf Dauer einrichten. Dabei geht fast um ein Drittel der Fläche Syriens, auf die die USA Anspruch machtpolitisch erheben. Man will weder Russland und Iran noch der Türkei, die versucht, Russland und die USA gegenseitig auszuspielen, mehr Einfluss geben und trotz aller Verlagerung der geopolitischen Interessen in den asiatischen Raum den Fuß auch in dieser Region des Nahen Ostens behalten. Die Verankerung im Irak ist ungewiss, auch wenn die USA im kurdischen Autonomiegebiet, in Erbil, also in der Nähe zu Syrien, die weltweit größte Botschaft baut.

“Wir bleiben in Syrien”

Ende August hieß es dann: “Wir bleiben in Syrien.” Das wurde später ergänzt durch den Sicherheitsberater John Bolton, der erklärte, die USA blieben in Syrien, bis der Iran das Land verlasse. Eine Rolle dabei spielte und spielt neben dem Iran auch Idlib, die weitgehend von “Rebellen” der türkisch kontrollierten Nationalen Befreiungsfront (NLF) und “Terroristen und Radikalen” wie HTS kontrolliert wird.

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