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18-12-18 03:13:00,

Der Friedensnobelpreis wird seit über einem Jahrhundert jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag des schwedischen Stifters Alfred Nobel vergeben. In diesem Jahr wurden der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad für ihre Aufklärungsarbeit geehrt, wie sexuelle Gewalt gegen Frauen in Kriegen als Waffe verwendet wird. In ihren bewegenden Nobelpreis-Vorlesungen forderten beide die Beendigung dieser schweren Verbrechen.

Nobel wollte jedoch nicht nur die übelsten Gräueltaten in einem Krieg vermeiden, er wollte ein Ende der Kriege. Globale Zusammenarbeit bei der Abrüstung sah er hierbei als ein „Hauptwerkzeug“. Seine Vision war die Entmilitarisierung der internationalen Beziehungen — wegen Bertha von Suttners Inspiration und Roman: „Die Waffen nieder!“ Da die schwedische Nobel-Stiftung aber von Gremien unterstützt wird, die den Willen Nobels nicht respektieren wollen, wird die Forderung erhoben, dass ihr Unterausschuss, das norwegische Parlament, ersetzt werden müsse.

„Wir ehren heute zwei der stärksten Stimmen der Welt“, sagte die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen über die Preisträger. Sie machte in ihrer Rede weiter deutlich, in welchem Ausmaß die misshandelten Frauen, für die sich Murad und Mukwege einsetzen, teilweise vergewaltigt worden sind: „Eine Frau, die von dreißig oder mehr Männern vergewaltigt wurde, kann das nicht einfach vergessen und ihr Leben normal fortführen.“ Deswegen sei die Arbeit von Mukwege und Murad auch so wichtig (1).

Nadia Murad Basee Taha ist eine Überlebende des vom „Islamischen Staat, IS“ verübten Genozids an den Jesiden im Jahr 2014, irakische Menschenrechtsaktivistin und seit September 2016 die erste Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel der Vereinten Nationen. Sie wurde vom IS als Sex-Sklavin gehalten. Ihr gelang die Flucht und seitdem kämpft sie dafür, dass diese Terroristen sich vor einem internationalen Gericht verantworten müssen. In ihrer Nobelpreis-Vorlesung forderte sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, ihr Volk zu schützen und sich für die Freilassung von Tausenden von Frauen und Kindern einzusetzen, die sich noch immer in den Händen von Dschihadisten befinden.

Denis Mukwege, Vater von fünf Kindern, ist kongolesischer Arzt und betreibt seit 1999 ein Krankenhaus in Bukavu. Dort behandelt er Frauen, die schwer misshandelt worden sind. Oft wurden sie unter Bedrohung mit Gewehrläufen, Bajonetten oder abgebrochenen Flaschen vergewaltigt. „Die Körper von Frauen sind zu Schlachtfeldern geworden“, sagte der Arzt. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, zu handeln. Es reiche nicht mehr aus,

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