Wir alle sind Rubikon!

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21-12-18 08:03:00,

Liebe Leserinnen und Leser des Rubikon,

von Alex Cary stammt folgende treffende Beobachtung:

„Das Zwanzigste Jahrhundert kann durch drei bedeutende politische Entwicklungen charakterisiert werden: durch die Zunahme von Demokratie, durch die Zunahme institutioneller Macht und durch die Zunahme von Propaganda, die dazu dient, jene institutionelle Macht vor der Demokratie zu schützen“.

Eine Demokratie gegen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit zu organisieren, ist kein leichtes Unterfangen. Versuchen Sie es mal!

Sie wollen permanent von unten nach oben verteilen, Fleißige dazu zwingen, den Vermögenszuwachs einer Minderheit von Superreichen zu finanzieren. Sie wollen Arbeitnehmer zu unbezahlter Mehrarbeit antreiben, dadurch Arbeitslosigkeit inszenieren und die Arbeitslosen gnadenlos drangsalieren. Sie wollen die Steuergelder Ihrer Bürger in unnötige und gefährliche Kriege „investieren“, die überdies den Terror ins eigene Land holen. Sie wollen Demokratie mit einem Personal gestalten, das abwechselnd verschiedene Nuancen desselben demokratiefeindlichen Elitegeistes verkörpert.

Normalerweise – das liegt nahe – würden die Bürgerinnen und Bürger Sie mit einem solchen „Programm“ hochkant rauswerfen und gerechtere Verhältnisse schaffen. Wenn Sie die Plutokratie also gegen Angriffe verteidigen wollen, brauchen Sie zwei Brandmauern. Eine davon ist körperlicher Natur – Sie ersticken mögliche Proteste einfach durch Gewalt mittels eines immer perfekteren „Sicherheitsapparats“.

Die zweite Brandmauer – der ersten vorgelagert – bilden die Medien. Diese entlasten die Sicherheitskräfte im Vorfeld, indem Sie beharrlich die Köpfe der Menschen bearbeiten. Die Bürger werden so außerstande gesetzt, politische Veränderungen überhaupt zu wollen. Medien beschäftigen die Menschen täglich mit Nichtigkeiten und Schaukämpfen zwischen neoliberalen Glaubensbrüdern und -schwestern. Meinungen, die dem herrschenden „Wertekanon“ widersprechen, werden im Vorfeld in den Redaktionen aussortiert und überschreiten gar nicht erst die Wahrnehmungsschwelle der meisten Konsumenten.

Hier kommen alternative und unabhängige Medien ins Spiel. Die große Lücke im geistigen Sicherheitsnetz der Demokratieverächter stellt das freie Internet dar. Dessen Freiheit ist zwar auch bedroht, aber im Augenblick ist die Gründung unabhängiger Plattformen möglich, wenn viel Idealismus, Durchhaltevermögen, etwas Glück und eine starke Gemeinschaft vorhanden sind. Alternative Medien stellen schon durch ihr bloßes Vorhandensein einen großen Wert da, da sie den herrschenden Narrativen den Nimbus der Alternativlosigkeit rauben. Sie sind die „kleinen gallischen Dörfer“ der Medienlandschaft.

Die Zerstörung, die das neoliberale Projekt anrichtet – in den verarmten und von Krieg überzogenen Regionen, an unserer Umwelt, aber vor allem auch in den Seelen der Menschen – sind jedoch so schlimm geworden,

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