Britische Army sucht exzessive Computerspieler, Klassenclowns und Selfie-Süchtige

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07-01-19 10:16:00,

Plakate der neuen Kampagne. Bild: UK Army

Die Army hat die Rekrutierung privatisiert, aber nicht nur deswegen bleiben die jungen Mensch dem als “sinnvoll” verkauften Job fern

Die Briten sind seit Thatcher Vorreiter im Neoliberalismus, was immer bedeutet, den Staat zu schrumpfen und die angeblich allein seligmachende Privatisierung für den kapitalistischen Markt auszubauen. Kern des staatlichen, durch Steuergelder finanzierten Auftrags ist die Aufrechterhaltung der inneren und äußeren Sicherheit durch das Justizsystem, die Polizei und das Militär, letztlich geht es um die Sicherung des Eigentums. Man war 2012 in der konservativ-liberalen Regierung von David Cameron, der den schlanken Staat propagierte (Durch Privatisierung aus der Krise?), so auch der Meinung, die Rekrutierung von Armeesoldaten outsourcen zu müssen, weil das ja effektiver ist. Gewählt wurde Capita Business Services, um u.a. eine Online-Rekrutierung zu ermöglichen.

2013 sollte Capita beginnen, aber das Unternehmen schaffte es erst 2017 für den Preis von 113 Millionen britischen Pfund, das Dreifache der ursprünglich vereinbarten Kosten. Überdies hat das Unternehmen in den Jahren jährlich die Rekrutierungsvorgaben nicht erreicht, sondern zwischen 20 und 45 Prozent unterboten. 2017/2018 stiegen fast 50 Prozent aus dem Bewerbungsverfahren aus. Das Verfahren dauert zu lange, es gibt technische Probleme. Die britische Army hatte ihre Rekrutierungsbüros um die Hälfte verringert, um Kosten zu sparen, allerdings wird durch den zehnjährigen Outsourcing-Vertrag über fast 500 Millionen Pfund das Ziel nicht erreicht, 267 Millionen Pfund zu sparen.

Ob die Privatisierung daran schuld ist, dass die Army nicht genügend Rekruten findet, ist nicht sicher, auch in anderen Ländern haben die Militärs Probleme, Willige zu finden, die SoldatInnen werden wollen, auch die Öffnung für Frauen und bessere Angebote konnten die fehlenden Stellen nicht besetzen. Wahrscheinlich sind nicht nur demografische Gründe, also weniger junge Menschen, dafür verantwortlich, sondern auch die steigende Unlust, sich militärischer Disziplin zu unterwerfen, die sinkende Fitness der jungen Menschen, zu geringe finanzielle Anreize und die Weigerung, für das “Vaterland” den Tod zu riskieren, wenn zunehmend mehr Auslandseinsätze stattfinden, die mit nationaler Verteidigung nichts zu tun haben.

Eigentlich wollte man bis Ende 2018 erreichen, den Truppenbestand auf 82,500 erhöhen, aber mit 77.000 blieb man weit darunter. Capita hat nur 10 Prozent der geforderten oder erwünschten Offiziersrekruten für die Army und 7 Prozent für die anderen Ränge anwerben können,

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