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07-01-19 03:05:00,

Die Einbahnstraße des Fortschritts – Teil 2

Die akademische Wissenschaft ist längst schon zur Entwicklungsstube der Industrie geworden (Missbrauchte Wissenschaft). In den Naturwissenschaften werden – ohne jegliche ethische Erdung und soziale Kontrolle – immer abenteuerlichere und monströsere Projekte (Biotechnologie, Genetik, Künstliche Intelligenz, Waffenrobotik, Quantenphysik, Large Hadron Collider (Teilchenbeschleuniger), Kernfusionsreaktor, Marskolonisierung) mit Milliardenaufwand und meist zugunsten des globalen militärisch-industriellen Komplexes gefördert.

Teil 1: Fortschritt – das war mehr Effizienz beim Töten

In den Sozialwissenschaften verödet Forschung zu kleinstteiligen Arbeitsaufgaben, die empirisch durchkonjugiert werden und – im Fall der Verhaltensökonomie – behavioristische Psychologie der 1950er Jahre in unterkomplexer Form wieder entdecken. Dazu kommt, wissenschaftliche Ideenproduktion wurde in gesellschaftlich irrelevantes Selbstmarketing. Die großen Einfälle und widerständigen Entwürfe sind wie weggeblasen, belanglose Selbstgefälligkeiten haben die authentische und für die Politik unbequeme Beschäftigung mit den großen Fragen von Gesellschaft weitgehend abgelöst. In die Wissenschaften fließt immer mehr Geld, die revanchieren sich dann mit Forschungsergebnissen wie “Kleine Hunde heben ihr Bein höher”.

Und Politik ist, selbst wenn heute reichlich Geld für dienliche Studien und exorbitant viele Steuergelder sowie von den kalifornischen Internetgiganten viel Anschubgeld für die Wissenschaften ausgegeben, ziemlich wissenschaftsresistent, was kritische Sozialforschungsergebnisse, die es in Nischen noch gibt, anlangt. Gerne hingegen werden die Ergebnisse der Meinungsforschung angenommen, wenn sie sich nutzbringend publizistisch verwenden lassen, ist dies nicht der Fall, landen auch sie in Schubladen.

Biotechnologie

Die Biologie ist heute zur “synthetischen Biologie”, zum Bioengineering, aufgerückt. Dabei geht es um die ingenieurmäßige Umgestaltung der existierenden DNA, des Genoms. Im wesentlichen sollen damit technische Vorstellungen in das existentielle Dasein von Lebewesen implementiert werden. Ziel ist, eine ökonomische Anwendung, eine industrielle Verwertung dieser Eingriffe zu schaffen. Nicht mehr wie bei der alten Gentechnik, die “Ausmerzung” (ja, der Begriff mag belastet sein) von ausgemachten Fehlern der Natur, sondern die Natur nunmehr als Baustein für menschlich ausgeknobelte Technik. Das ist Frankenstein-Biologie, die jedoch nicht verdammt oder geächtet, sondern befürwortet und selbstverständlich – im Sinn des Fortschritts – finanziell gefördert wird.

Kritisch gesehen: Bioingenieure sehen sich als moderne Götter, die die Natur beherrschen und völlig Neues schaffen wollen – nicht zur Erbauung, wie Kunst, sondern zur industriellen Verwertung, also als Geldmaschine (Technologische Allmachtphantasien).

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