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08-01-19 02:38:00,

Julia Skripal. Foto von ihrem Facebook-Account

Der britische Telegraph scheint der Öffentlichkeit die Botschaft der Sicherheitsbehörden zu vermitteln, dass die Unterbringung der beiden freiwillig und nicht “exzessiv” teuer sei

Misstrauen erweckte, dass die britischen Behörden und die Regierung nach dem Anschlag auf Sergei und Julia Skripal diese von der Öffentlichkeit auch dann wegsperrte, als sie sich angeblich erholt hatten. Der russischen Botschaft wurde zur russischen Staatsbürgerin Julia ebenso wenig Zugang gewährt wie für deren Verwandte. Es gab nur ein Video, in dem sich Julia an die Öffentlichkeit wandte. Der Verdacht war allerdings, dass sie nur sagte, was sie sagen sollte. Auch keinem Journalisten wurde gestattet, mit den Beiden zu sprechen.

Die Isolation, von der man nicht weiß, ob sie von den Skripals erwünscht ist oder nicht, erweckt natürlich Skepsis, zumal der Fall hochpolitisch ist und den Konflikt zwischen der Nato und Russland weiter vertieft hat, was von britischer Seite auch bezweckt wurde. Gemunkelt wurde, dass die Skripals mit Gewalt festgehalten würden, spekuliert wurde auch, dass sie schon längst außer Landes mit anderen Identitäten gebracht wurden. Warum ihre Version des Anschlags und von dessen möglichen Hintergründen der Öffentlichkeit vorenthalten wird, bleibt unbeantwortet und lässt sich nicht allein durch angebliche Sicherheitsbedürfnisse rechtfertigen.

Der britische Telegraph hat angeblich neue Erkenntnisse und beschreibt die Situation zunächst nett. Nachdem die Skripals aus dem Krankenhaus entlassen wurden, wurden sie “mit der sorgfältigen Hilfe eines in London stationierten MI5-Teams für das geheime Umsiedlungsprogramm des Geheimdienstes nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern auch für Freunde und die Familie unsichtbar”. Erstaunlich ist, wie geduldig und bereitwillig die britische Medien, aber auch die in anderen Nato-Ländern den Wegschluss hinnahmen. Würde dies in Russland geschehen, wäre der Aufschrei groß, dass damit etwas vertuscht werden soll.

Jetzt will der Telegraph von gut informierten Quellen gehört haben, dass die Skripals in Südengland unter der Obhut von Ärzten leben. Anonyme Quellen stehen immer Verdacht, gezielt Informationen zu leaken, die dann Medien “exklusiv” als Informationen weiter verbreiten. Sicherheitshalber heißt es denn auch nur, sie würden “wahrscheinlich” in Südengland sein.

“Wenn sie glücklich sind, ist das besser für die Steuerzahler und die Behörden”

Julia sei keineswegs völlig isoliert, sie würde weiter in Kontakt mit “engen Freunden” stehen, die nichts über so preisgeben wollen.

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