Höchste Zeit – Ein Gedicht | KenFM.de

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10-01-19 01:45:00,

von Bernhard Trautvetter.

Millionen Jahre nach dem ersten Kuss

zwei Menschen inniglich vereint

die ersten Kinder

sie wussten nicht, wie ihnen zwischen Savanne

und Urwald geschieht

in jenem fruchtbaren Gebiet

Hunderttausende Jahre nach dem ersten Feuer

am Lager vor dem Eingang zur Höhle

Zehntausend Jahre nach dem ersten Haus

Feldanbau, die ersten Sklaven,

ihre Herren sind das Gesetz.

Reichtum wächst nach so langer Zeit

zwischen Mauern hinter Waffen

und was sonst noch so zwischen Menschen geschieht.

Jahrhunderte nach der Ermordung von Jesus

das Blutbad, weil die Leibeigenen

für die Freiheit

gegen die Übermacht der Wenigen

mit Waffen aus Eisen, Erpressung, Inquisition und

Lüge auf der Welt, die keine Scheibe ist.

Dann die Befreiung aus selbst verschuldeter Unmündigkeit

Maschinen voller Dampf übernehmen Muskelkraft

Industrie Verelendung Reichtum

Klassenkampf Krieg.

Nun hat die intelligente Gattung

Millionen Jahre nach dem ersten Kuss

die Wahl.

Untergang in die Barbarei oder

Hand in Hand Seit an Seit

jeder nach seinen Möglichkeiten

die freie Entfaltung des Einzelnen

Bedingung für die freie Entfaltung

aller.

Maschinen übernehmen geistige Arbeit

Ärzte heilen Kranke ganz ohne Kalkül

sie lieben die Nächsten, ihre Arbeit

voller Hingabe

wie sich selbst

im großen Choral

Menschen haben nur eine gemeinsame Zukunft

oder keine

voller Mitgefühl kennen sie

die Geschichte zwischen

Schatten und Licht

und in die Natur folgt

auch nach den ersten Hubotern

dem Gesetzt

des Lebens,

das uns hervorgebracht hat

um Früchte zu tragen

Jedes lebende Wesen hat sein Gewicht

Augen strahlen

Funken springen über

Menschen sprechen aus der Seele,

der Hülle der Welt

Kriege sind längst vorbei

auch bei der eiskalten Berechnung

gegen das Leben

Warme Herzen

und weitsichtige Sinne

gehen den Dingen auf den Grund

finden,

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