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18-01-19 07:34:00,

Gelbwesten auf dem Champs Elysees KRIS AUS67 https://www.flickr.com/photos/157666315@N04/46148699521; Macron in Tallinn EU2017EE Estonian Presidency [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons; Bildkomposition von Info-DIREKT

Die Proteste der Gelbwesten gehen ungebrochen weiter. Doch während auch österreichische hauptsächlich mit den Gewaltausbrüchen einer weniger Demonstranten beschäftigen, bleiben die Gründe für ihre Proteste weitgehend im dunklen. In einem Interview mit der Plattform spiked-online wies der Experte Christophe Guilluy darauf hin, warum die Gelbwesten unaufhaltsam sind und weswegen sie auf die Straße gehen.

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Von Alexander Markovics

Der Aufstand des peripheren Frankreichs

In seiner 2014 erschienen Studie „La France périphérique“ wies der Geograph eine erstaunte Medienlandschaft daraufhin, dass es eine komplett vernachlässigte und abgehängte Arbeiterklasse in Frankreich gibt. Diese lebe am Rande der großen globalisierten Megastädte wie London, New York, Lyon, Toulouse  und Paris. Während die großen Städte theoretisch genug Wohlstand für ganze Staaten produzieren, würden die normalen Arbeiter, welche zwischen 1000 und 2000 Euro im Monat verdienen immer mehr an den Rand gedrängt. Verlieren sie ihren Job würden sie sehr arm sein, viele von ihnen sind aus der Mittelklasse abgestiegen. Sie leben in Gebieten wo es kaum noch Arbeit gäbe, verlieren sie ihren Job wissen sie, dass sie wahrscheinlich keinen anderen mehr finden werden. Genau diese Menschen sind nach Guilluy das Potenzial aus dem sich die Gelbwesten rekrutieren. 

Gelbwesten als Zeichen für neue kulturelle Kluft in Europa

Die Gelbwesten seien ein Zeichen für eine neue kulturelle Kluft in Europa, so Guilluy. Dies könne man vor allem daran erkennen, dass sie im Gegensatz zu politisch korrekten Protestbewegungen nicht von Medien, Fernsehstars, Politikern und Prominenten unterstützt werden würden. Genauso wie beim Brexit seien die Eliten von den Protesten geschockt. Dabei wollen die Gelbwesten diese nur darauf aufmerksam machen, dass sie existieren und die Eliten nicht einfach so tun können, als wären sie nicht existent.

Steigende kulturelle und gesellschaftliche Kluft durch steigende Mieten und Städte, die immer mehr werden wie im Mittelalter

Die steigende Kluft sei vor allem daraufhin zurückzuführen, dass die Städte für die Arbeiterklasse immer weniger zugänglich werden. Schuld daran seien unbezahlbare Mieten, aber auch das Einheben von Eintrittsgeldern für Städte wie Paris machen die globalisierten Großstädte immer mehr zu unzugänglichen Festungen.

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