Tagesschau-Fronttheater

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19-01-19 10:01:00,

Fühlst du dich über die Folgen deutscher und transatlantischer Kriegspolitik informiert, über das reale Grauen in den davon heimgesuchten Ländern? Ukraine? Syrien? Somalia? Jemen? Mali? Libyen? Hast du dank sauberer ARD-aktuell-Information nennenswerte Erkenntnisse gewonnen über die zugrunde liegende Gewalt, Verbrechen, deren Verursacher, die Interessenlagen? Komm, lieber Nachbar, betrachten wir die Kriegsberichterstattung so gut es geht mal konzentriert auf Afghanistan. Sonst sprengt das hier den Rahmen.

Schlag im Internet das Angebot der ARD-aktuell auf: tagesschau.de. Trag das Stichwort „von der Leyen“ in das Suchfeld ein. Auf den ersten drei Seiten, zurückreichend bis zum 30. November, bekamst du am 4. Januar 30 Sendungshinweise zu verschiedenen Berichtsthemen:

Zwölfmal das neue Bundeswehr-Transportflugzeug A 400 M, fünfmal der Komplex Geldverschwendung des Verteidigungsministeriums mittels korruptionsverdächtiger Beraterverträge, viermal Erwähnungen im Zusammenhang mit dem CDU-Parteitag, dreimal die mängelbehafteten Maschinen der Bundeswehr-Flugbereitschaft, zweimal Ministerinnenäußerungen im Zusammenhang mit dem geplanten US-Abzug aus Syrien und je einmal die Entscheidung über das vorläufige Aus für Segelschulschiff „Gorch Fock“, die Öffnung der Bundeswehr für Soldaten aus der EU sowie eine Reportage über einen Truppenbesuch der Ministerin am Hindukusch (1).

Afghanistan? Lange nichts Grundlegendes mehr von dort gehört, nicht wahr, lieber Nachbar?

Starte also eine neue Suche bei tagesschau.de, diesmal mit dem Stichwort „Afghanistan“. Unter den 30 Hinweisen auf den ersten drei Seiten sind an diesem 4. Januar nur fünf Beiträge gelistet, die sich mit der Lage im Land beschäftigen, drei davon betreffen einen verheerenden Bombenanschlag (2). Über den Rand des Sensationellen reichen aber auch sie nicht hinaus. Der große Rest ist eh nur Buntes, Pillepalle.

Dir geht die trockene Argumentation gegen den Tendenzjournalismus mittels statistischer Zahlenwerke auf den Geist? Verständlich. Betrachten wir also das Thema Afghanistankrieg von einer ungewöhnlichen Seite: aus dem Blickwinkel von Bundeswehrsoldaten, die nach ihrem Auslandseinsatz als seelisch zerstörte Menschen zurückkommen.

Was müssen sie getan oder erlebt haben, dass sie zumeist für den Rest ihres Daseins unter „posttraumatischen Belastungsstörungen“ (PTBS) leiden? Unter Nervenzusammenbrüchen, Albträumen, zeitweiligem Orientierungsverlust, Verlust des Selbstwertgefühls, Depression, körperlichen Schäden infolge medikamentöser Behandlung, tiefer Verzweiflung darüber, dass PTBS, dieses seelische Leiden, meist nicht mehr heilbar ist und deshalb nicht selten mit Selbstmord endet?

Vor knapp 20 Jahren schickte die damals von SPD und Grünen geführte Bundesregierung zum ersten Mal Bundeswehrsoldaten in einen Krieg, in ein verfassungs- und völkerrechtswidriges Unternehmen. NATO und Bundeswehr mutierten zur Mörderbande:

„Am 24.

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