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20-01-19 10:10:00,

Bild: Simon_sees/CC BY-2.0

  1. “Gelobt sei, was das Fliegen teuer macht”

  2. Kampf um das Recht an Mobilität für Alle


  3. Auf einer Seite lesen

Wenn das Umweltbewusstsein zur Klassenfrage wird

Da hat der Freund des Taz-Umweltredakteurs Bernhard Pötter noch einmal Glück gehabt. Er musste doch nicht unter der Brücke schlafen, sondern in Pötters Wohnung, obwohl er sich eines in manchen Kreisen ganz schweren Verbrechens schuldig gemacht hat. Er ist mit einem Inlandflug und nicht mit der Bahn nach Berlin gekommen. Am Ende gibt Pötter die Parole aus: “Gelobt sei, was das Fliegen teuer macht.” Dabei spricht er ganz offen aus, dass es hier um eine Klassenpolitik geht:

Das sollte reichen, um Fliegen wieder zu einem Privileg der Oberschicht im Sinne von Friedrich Merz zu machen.

Bernhard Pötter, Taz

Umweltbilanz ist keine Bewusstseins-, sondern eine Einkommensfrage

Nun hätte man gerne noch gewusst, ob für Pötter die global agierenden Umweltaktivisten, die natürlich auch Vielflieger sind, dieses Privileg auch genießen sollen. Denn längst ist bekannt, dass gerade das grüne Milieu auf das Fliegen nicht verzichten will. Das hat eine Umfrage des Umweltbundesamt noch mal bestätigt:

Wer mehr Geld hat, verbraucht meist mehr Energie und Ressourcen – und zwar unabhängig davon, ob sich jemand als umweltbewusst einschätzt oder nicht. Das zeigt eine neue Studie des Umweltbundesamts (UBA). UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: “Mehr Einkommen fließt allzu oft in schwerere Autos, größere Wohnungen und häufigere Flugreisen – auch wenn die Menschen sich ansonsten im Alltag umweltbewusst verhalten. Aber gerade diese ‘Big Points’ beeinflussen die Ökobilanz des Menschen am stärksten. Der Kauf von Bio-Lebensmitteln oder eine gute Mülltrennung wiegen das nicht auf.” Vor allem Fernflüge, das Auto, der Dämmstandard der Wohnung und deren Größe und der Konsum von Fleisch entscheiden darüber, ob jemand über oder unter dem CO2-Durchschnittsverbrauch liegt. Daher haben Menschen mit hohem Umweltbewusstsein laut Studie nicht zwangsläufig eine gute persönliche Ökobilanz. Menschen aus einfacheren Milieus, die sich selbst am wenigsten sparsam beim Ressourcenschutz einschätzen und die ein eher geringeres Umweltbewusstsein haben, belasten die Umwelt hingegen am wenigsten.

Umweltbundesamt

Daher bedeutet die Forderung von Pötter,

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