warum-bioplastik-meist-gar-nicht-so-bio-ist

20-01-19 10:09:00,

Daniela Gschweng / 20. Jan 2019 –

Es wird als nachhaltige Alternative zur Plastikschwemme gehandelt, dabei ist schon der Begriff «Bioplastik» irreführend.

«Bioplastik» ist im besten Fall ein überstrapaziertes Buzzword, im schlimmsten pure Verbrauchertäuschung. Hauptsächlich deshalb, weil nicht das drin ist, was der Verbraucher von der Bezeichnung «Bioplastik» erwartet. Diese ist tatsächlich verwirrend, da sind sich das schweizerische Bundesamt für Umwelt (BAFU), das deutsche Bundesumweltministerium, BUND, Greenpeace und diverse Nachhaltigkeits-Blogs für einmal einig.

Es fängt schon damit an, dass «Bioplastik» oder «Biokunststoff» zwei verschiedene Stoffklassen bezeichnet. Da wäre zum einen Kunststoff, der aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wird. Das kann zum Beispiel Milchsäure, Bambus oder auch Stärke sein, wie bei sich (geplant) selbst auflösenden Implantaten, Geschirr oder den bekannten Stärke-Verpackungschips.

Wo «bio» draufsteht, ist oft nicht nur bio drin

Solche Stoffe sollten eigentlich «bio-basiert» genannt werden. Sie enthalten darüber hinaus oft noch andere Stoffe, die sie widerstandsfähiger machen oder die Verarbeitung erst ermöglichen. Ein Beispiel ist das beliebte Bambusgeschirr, das ausser Bambus noch «Harze» enthält, die oft alles andere als natürlich sind. Das ist zwar nachhaltiger, als komplett erdölbasierte Kunststoffe zu verwenden. Wer meint, damit der Umwelt etwas Gutes zu tun, hat damit aber höchstens teilweise recht. Wegen der klassisch chemischen Bestandteile müssen solche Kunststoffe in der Regel im Restmüll entsorgt und damit verbrannt werden. Einige können sogar giftige Stoffe freigeben.

Für Verbraucher nur schwer unterscheidbar

Beschriftung auf der Verpackung eines Mehrweg-Kaffebechers.

Für Benutzerinnen und Benutzer wird das nicht sofort deutlich. Bei Angaben wie «besteht hauptsächlich aus Bambusfasern und Maismehl», so gelesen auf der Verpackung eines Mehrweg-Kaffeebechers, sollten schon einmal die Alarmglocken klingeln.

Die nicht-hauptsächlichen Komponenten, stellt sich beim Blick auf das Kleingedruckte heraus, sind gar nicht bio. Dort steht: «enthält Melaminharz als Bindemittel».

Das ist immer noch besser, als ein Einwegbecher aus Pappe und Plastik. Wirklich nachhaltig oder recyclierbar ist der Becher damit aber nicht. Das Kunstharz Melamin, warnt unter anderen das Nachhaltigkeits-Portal «Utopia», ist bei Kaffeebechern zudem nicht ganz unbedenklich. Das chemische und Veterinär-Untersuchungsamt Stuttgart (CVUA) hat 13 Bambusartikel untersucht und fand in allen synthetische Kunststoffe.

«Kompostierbar» heisst nicht gleich «bio»

Selbst wenn die Plastiktüte,

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