zur-sache-gez-was-bekommt-der-kunde-fur-die-zwangsabgabe-kenfm.de

21-01-19 02:06:00,

Hallo Zusammen,

ich möchte meine Anmerkungen zum Projekt „Rundfunk-frei“ von Olaf Kretschmann noch etwas präzisieren, da ich in der Sendung leider die richtigen Worte nicht gefunden habe.

Das Projekt ist optisch und inhaltlich hochprofessionell, klug durchdacht und sympathisch begründet. Insbesondere die Vielzahl der Protagonisten mit bürgerlichem und intellektuellem Background erstaunt. Hat uns doch der Mainstream jahrelang in Bild und Ton vermittelt (und dabei auch schon mal aktiv nachgeholfen), dass nur Spinner und „Reichsbürger“ die „GEZ“ kritisieren. Die Rundfunk-Volksentscheide werden nicht nur den Beitragszwang aufs Trapez heben, sondern auch dringend benötigte Diskursräume eröffnen, was beim derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft durchaus überfällig ist.
Denn, würde der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch nur annähernd seine gesetzlichen Pflichten erfüllen, dann hätten wir keine sinkende Wahlbeteiligung, weniger prekäre Arbeitsverhältnisse, bessere Renten, keine Zustimmung für Kriege und imperiales Gebaren und mehr Solidarität innerhalb unserer Gesellschaft.

Generell sehe ich daher die ausschließliche Fokussierung auf den Zwangsbeitrag sehr kritisch. Mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten haben die anspruchsberechtigten Bürger ein Pfund in der Hand, welches für den Zusammenhalt der demokratischen Gesellschaft nicht zu unterschätzen ist.

Medien sollen Öffentlichkeit herstellen und der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat diese Aufgabe besonders sorgfältig wahrzunehmen. Wahrhaftige Information ist essentiell für das Funktionieren einer Gesellschaft. Menschen, die nicht korrekt und wahrheitsgemäß informiert werden, treffen in Folge zwangsläufig falsche Entscheidungen. Das gilt für Kaufentscheidungen ebenso wie für die Wahl einer politischen Partei, die Zustimmung für Kriegseinsätze und durch penetrante mediale Hetze geschürte Verachtung, Bekämpfung und Demütigung anderer Völker – so wie wir das gerade in Endlosschleife mit Russland erleben, mit Griechenland erleben mussten und mit Italien erleben werden.

Mir wäre es daher wesentlich lieber, wenn alle demokratischen Kräfte in die Reformierung, Verschlankung und qualitativen Verbesserung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks investieren würden, und zwar sowohl auf struktureller als auch auf inhaltlicher Ebene. Vermutlich kommt man hier auch nur mit Druck von unten (Zahlungsverweigerung, Volksentscheide) weiter, denn die derzeit etablierten Parteien werden „aus Gründen“ kein Interesse an einer Veränderung des IST-Zustandes haben.

Aber worum geht es:

Tagtäglich 24 Stunden lang flächendeckende, aus über zwanzig Fernseh- und 70 Rundfunkkanälen, Berieselung mit teils identischen, banalen, boulevardesken, wahrheitswidrigen, volksverhetzenden, verdummenden, manipulierenden und politisch überkorrekten Inhalten braucht kein Mensch in diesem Land. Unzählige seichte und antiaufklärerische Unterhaltungsformate, Krimiserien, Sportübertragungen und Scripted Reality-Dokus könnten sämtlich den Privaten überlassen werden.

 » Lees verder