Wir sind die Veränderung

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22-01-19 10:09:00,

Von Isabelle Krötsch, aufbauend auf der Zuschrift von Carmen Glandien

Was kann ich tun, um die Erde zu einem besseren Ort zu machen? Vielleicht, so beschleicht mich ein Gefühl, ist es nur mein Versuch, durch Aktivismus der innerlichen Verzweiflung zu entkommen, die sich aus dem Ohnmachtsgefühl ergibt. Aber gleichzeitig spüre ich, dass steter Tropfen den Stein höhlt und jeder Tropfen derjenige sein kann, der ein Fass zum Überlaufen bringen kann, also auch im positiven Sinne.

Jeder Gedanke, jedes Gefühl, das sich der friedfertigen Metamorphose widmet und sich nicht verrückt machen lässt von den immer wieder proklamierten Katastrophen und dem manipulativen Angstschüren, ist eine gewonnene Vision für die Zukunft. Und diese Zukunft liegt in unseren Händen. Wir sind es, die unsere Wirklichkeit erschaffen, jeden Augenblick und zusammen das kollektive Menschheitsfeld speisen.

Es treibt mich die Erkenntnis an, dass eine sehr große Macht und Verantwortung tagtäglich in meinem Bewusstsein und den eigenen Händen liegt und es nicht egal ist, was ich persönlich denke, fühle und handle und dass es da ein großes Ganzes gibt, in das wir alle eingebettet sind.

Sich einzubringen und die eigene Umwelt mitzugestalten, ist sowohl ein Grundbedürfnis des Menschen als auch seine Aufgabe. Hoffnung und Sehnsucht nach einer besseren Welt sind ein großer Motor, der wahrscheinlich global gesehen schon einige „Wunder“ ausgelöst hat; und das Gefühl von Selbstwirksamkeit ist nicht Utopie, sondern Wirklichkeit. Das bestätigten sogar schon die Physiker zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nur hat sich diese Tatsache bisher noch immer nicht flächendeckend im Wachbewusstsein — ganzheitlich wahrgenommen — durchgesetzt, weil sie die aktuellen Machtstrukturen schlicht und ergreifend obsolet machen würde.

Daher finden wir diese Erkenntnisse nicht bei dem Blick in die üblichen Zeitungen und auch nicht bei Diskussionen auf diversen „sozialen Plattformen“. Und ich sehe das Potential für wirkliche Veränderung auch nicht in den systemimmanenten Strukturen. Daher halte ich mich aus der bisherigen Parteipolitik heraus. Und auch Gewerkschaften, Kirchen, die meisten gemeinnützigen Vereine, Bürgervertretungen, Beauftragte für Frauen und Interessenvertretungen verschiedener Minderheiten kommen für mich persönlich nicht wirklich infrage, denn sie alle sind — wenn sie erst einmal eine gewisse Größe erreicht haben — vom kapitalistischen Überbau aufgesogen, bei revolutionäreren Initiativen nicht selten infiltriert, und schließlich assimiliert worden.

Vorgeblich Korrektive darstellend, liefern sie mit ihrer zwar ehrlich gemeinten, aber dann eben doch nur Pseudokritik ein demokratisches Feigenblatt und stabilisieren damit die an sich undemokratischen Verhältnisse,

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