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23-01-19 11:29:00,

Wissenschaftler sagen, ein Profil einer Person aus deren Kontakten in einem Sozialen Netzwerk ableiten zu können

Es liegt auf der Hand, dass sich Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Menschen machen lassen, wenn man dessen Freundinnen und Freunde kennt. Wer sich auf den Sozialen Netzwerken herumtreibt, vernetzt sich in der Regel mit seinen Freunden. Australische und amerikanische Wissenschaftler haben versucht, aus dem persönlichen Netzwerk von Twitter-Usern deren Aktivitäten und Interessen vorherzusagen. Angeblich reichen 8-9 Kontakte eines Menschen, um das mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent machen zu können, ohne zuvor etwas von diesem selbst zu wissen.

Wissenschaftler und Behörden haben schon längst den Datenschatz erkannt, den die Sozialen Netzwerke auch ihnen übergeben. Da lässt sich dann die Ausbreitung von Epidemien ebenso wie von Memen oder Fake News nachvollziehen, Gerüchte oder Protestwellen lassen sich nachvollziehen, aber auch Netzwerke und eben Verhaltens- und Persönlichkeitsmerkmale des Einzelnen. Allerdings, so schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie, die in Nature Human Behaviour erschienen ist, sei die Quantifizierung des Informationsflusses schwierig. Die Komplexität der natürlichen Sprache sei ein Hindernis, aber auch die Quantifizierung und Objektivierung von Information. Die Verbindung des Inhalts von Kommunikation mit der genauen zeitlichen Aktivität, könne aber soziale Verbindungen besser erkennen lassen. Normalerweise würden die Menschen auch denken, dass sie auf Sozialen Netzwerken nur Informationen über sich preisgeben. Das sei aber falsch, sagt James Bagrow, einer der Autoren: “Das liegt nicht in der Hand einer Person: Sie geben auch Informationen über ihre Freunde preis.” In den Kontakten spiegeln sich die Kommunikationspartner. Man könnte auch wie Lacan sagen: “Das Ich ist ein Anderer.”

Die Wissenschaftler von der University of Adelaide und der University of Vermont untersuchten über 30 Millionen Twitter-Postings von mehr als 13000 Personen aus 927 “egozentrischen” Netzwerken mit den 15 am meisten genannten Kontakten. Daraus wurden Ego-Alter-Paare entwickelt, um den jeweiligen Informationsfluss auf der Grundlage der Informationstheorie zu messen und herauszufinden, wie viel Information über eine Person aus den Interaktionen mit engen Kontakten oder Freunden herauszufinden ist, oder eben, was sich aus den persönlichen Netzwerken über die Person mit maschinellem Lernen vorhersagen lässt. Als Kontrolle dienten zufällig zusammengestellte Paare, für die zeitliche Dimension wurde jedem echten Kontakt zufällig Postings zugeordnet, die zur selben Zeit dessen Postings entstanden sind. Die Genauigkeit des Programms könne man ähnlich prüfen wie bei der Auswertung von Texten,

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