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25-01-19 09:56:00,

Foto: Terje Sollie / CC0

Dabei ist das Interesse an Nachrichten gestiegen. Journalisten werden als abhängig wahrgenommen

Medien müssen sich auch in Frankreich auf schwierige Zeiten gefasst machen, wie im aktuellen Medienbarometer von Kantar bemerkbar wird. Das Barometer soll das Vertrauen in Medien messen und damit schaut es auch in Frankreich nicht besonders gut aus, obwohl das Interesse an Nachrichten wieder angewachsen ist.

Aber das ist vielleicht gar nicht das am meisten beunruhigende Anzeichen. Beunruhigender zumindest für die traditionellen Medien ist, dass sich die jüngere Generation, die 18-bis 24-Jährigen von ihnen deutlich abwenden.

Es ist das mittlerweile 32. “Barometer des Vertrauens, das Franzosen in Medien setzen”, berichtet die Zeitung La Croix, in deren Auftrag die Studie erstellt wird. Die Studie hat in Frankreich eine gewisse Tradition und dadurch auch einen Stellenwert. Das ausführliche Ergebnis wird erst hinter einer Zahlschranke präsentiert. Das Abo kostet im ersten Monat 1 Euro und später 11 Euro 90. Wer wird sich das später leisten? Jede der größeren Zeitung verfolgt mittlerweile dieses Modell. Wer ist noch dazu bereit, auf eine Zeitung allein zu setzen?

Glaubwürdigkeit: “Ganz unten angelangt”

Im Vorspann, der 20 Prozent des Artikels preisgibt, wird das Ergebnis der Vertrauensstudie so zusammengefasst:

Die Glaubwürdigkeit, die unterschiedlichen Informationsträgern zugestanden wird, und die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Journalisten sind ganz unten angelangt. Dabei ist das Interesse für News nach drei Jahren wieder angestiegen.

La Croix

Die Zahlen des Barometers, die zum Teil auch beim Institut Kantar, das die Studie seit 1987 durchführt, zu erfahren sind: Gute zwei Drittel der befragten Franzosen (67 Prozent von 1024 repräsentativ Befragten) gaben in face-to-face-Interviews an, dass sie die Nachrichten “mit großem Interesse” verfolgen. Das waren 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das gestiegene Interesse an News hat wahrscheinlich mit den Protesten der Gelbwesten zu tun. Der Zeitraum der Befragung – von 3. bis 7. Januar – spricht dafür.

Radio: Das glaubwürdigste Medium mit 50 Prozent “Vertrauensanteil”

Angesichts der Zunahme des Interesses ist die gleichzeitig beobachtete Abnahme der attestierten Glaubwürdigkeit keine gute Nachricht für die Medien. Nur die Hälfte der Französinnen und Franzosen glauben, was sie im Radio hören. Das Medium gilt seit 1990 als das glaubwürdigste in Frankreich.

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