Israels Militär verweigert immer mehr palästinensischen Bauern Zugang zu Feldern

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30-01-19 10:53:00,

Die israelische Mauer trennte das Grundstück von Hani Amer vom Rest des Dorfes Mashah in der West Bank. Damit er nicht sein Haus verliert und in Isolation vom restlichen Dorf leben muss, wurde ein kleines Tor in den Zaun eingebaut, welcher zwischen zwei Teilen der Mauer errichtet wurde.

Die von Israel 2003 errichtete “Sicherheitsmauer” sollte es Terroristen aus den Palästinenser-Gebieten erschweren, nach Israel einzureisen. Doch sie zerstört auch die Lebensgrundlage einfacher Bauern, da israelische Behörden immer seltener Genehmigungen zur Bestellung ihrer Felder erteilen.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag kam 2004 zu dem Schluss, dass die von Israel erbaute “Sicherheitsmauer” – oder auch Separationsmauer/Apartheidmauer genannt – “illegal” ist und die Rechte der Palästinenser einschränkt. Die Mauer käme einer Annexion von palästinensischem Land gleich, weil der Streckenverlauf in großen Teilen (85 Prozent) über Land verläuft, das sich auf der anderen Seite der 1949 anerkannten Grünen Linie befindet.

US-Vizepräsident Mike Pence bei der jährlichen Konferenz der AIPAC, einer der mächtigsten Lobbygruppen in Washington. Für ihn steht fest: Israels Werte sind US-Werte, Israels Kampf ist der Kampf der USA.

Für tausende Palästinenser bedeutet das, dass deren Grundstücke oder Felder durch die Mauer geteilt wurden. Wenn sie ihre Felder bestellen, ernten oder einfach inspizieren möchten, müssen sie seitdem Anträge bei der israelischen Militärbehörde stellen, um auf die andere Seite der Mauer in die sogenannte “Seam Zone” zu kommen, wie das Gebiet zwischen Mauer und der Grünen Linie genannt wird. Anträge müssen ausschließlich Palästinenser stellen. Israelis oder Touristen benötigen keine Genehmigungen, um durch einen der Checkpoints entlang der Mauer zu kommen.

Werden Anträge genehmigt, müssen Palästinenser meistens große Umwege und zum Teil erniedrigende Behandlungen an den Checkpoints über sich ergehen lassen, um zu ihren Feldern zu kommen. Wie nun aus von der IDF (Israelische Verteidigungsstreitkräfte) durch die israelische Menschenrechtsorganisation Hakomed eingeklagten Dokumenten bekannt wurde, belegen die Zahlen von 2014 bis 2018, dass die israelischen Behörden seit 2016 die Mehrheit solcher Anträge von Bauern abgelehnt haben.

Die IDF-Statistik zeigt, dass in den vergangenen vier Jahren immer weniger Genehmigungen für Palästinenser erteilt wurden, ihre Felder auf der anderen Seite der Mauer zu bestellen.

Was bei den vom israelischen Militär gelieferten Zahlen auffällt, ist, dass seit 2014 die Zahl der abgelehnten Anträge für Farmer, also Bauern, die eigene Felder auf der “anderen” Seite besitzen, kontinuierlich gestiegen ist. Hat man 2014 noch 24 Prozent der Anträge abgelehnt, waren es 2016 schon 54 Prozent und 2018 sogar 72 Prozent.

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