Pentagon-Eingeständnis: Russland schränkt US-Lufthoheit ein | KenFM.de

pentagon-eingestandnis-russland-schrankt-us-lufthoheit-ein-kenfm.de

30-01-19 10:13:00,

Als Reaktion auf den verdeckten Krieg der westlichen und arabischen Golf-Staaten zum Regimewechsel in Syrien hat Russland dort sein gefürchtetes S-400 Luftabwehrsystem eingeführt, mit globalen Folgen durch Einschränkung der bisherigen Lufthoheit der US Air Force.

von Rainer Rupp

Das Pentagon hat eingeräumt, dass die neuen russischen Luftverteidigungssysteme die Bewegungsfreiheit der US-Luftwaffe bei US-Auslandsoperationen stark eingeengt haben. Der vom Wall Street Journal (WSJ) in Teilen veröffentlichte Bericht wird als große Überraschung präsentiert. Tatsächlich aber hatten die US-Piloten und ihre NATO-Verbündeten bereits zu Zeiten des Kalten Kriegs größten Respekt vor den Vorläufersystemen der modernen russischen Systeme S-300 und S-400 gezeigt. Der zitierte Pentagon-Report bringt also im Grunde genommen nichts Neues. Neu ist lediglich, dass Russland diese Raketen-Systeme in den Krisenherd Syrien eingeführt hat, um so die US-Luftwaffe (erfolgreich!) einzugrenzen, ohne dass dabei ein Schuss fallen musste.

Es ist der Verlust der absoluten Dominanz im Luftraum, der das US-Kriegsministerium besonders hart trifft. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass das Pentagon, wenn es „über Bande“ den Medien solche Berichte zuspielt, in der Regel hinter mehr Geld her ist. Militärs oder die dahinterstehende Industrie lamentieren gern in derartigen Berichten über irgendwelche Lücken in der Militärtechnologie oder auch nur die angebliche Überlegenheit potentieller Gegner.

Erfahrungsgemäß geschieht das in der Absicht, vom US-Kongress im nächsten Haushalt mehr Geld für die Rüstung locker zu machen. Durch alarmierende Berichte über die Gefahren für die „nationale Sicherheit“ gelingt es in der Regel, auch beim patriotischen Wahlvolk die Zustimmung für höhere Militärausgaben zu gewinnen. Und das Pentagon braucht ohnehin chronisch mehr und dringend sehr viel mehr Geld, wenn es die Struktur der Streitkräfte den neuen „Erfordernissen“ gegen Russland und China anpassen will.

Neue Strukturen für den Krieg gegen den Terror

Seit 2001, also dem Beginn des ewigen US-Krieges gegen den wie auch immer entstandenen, geschaffenen, definierten „Terror“, hat das Pentagon die Struktur der US-Kriegsmaschinerie nachhaltig umgebaut, weg von der damaligen Fähigkeit, gleichzeitig zwei große Landkriege und einen kleinen auf unterschiedlichen Kontinenten führen zu können, stattdessen hin zum Aufbau einer Armee von Kommando-Soldaten. Diese besteht heute aus unzähligen, höchst mobilen, kleineren Einsatz-Gruppen, die weitgehend auf sich allein gestellt sind und rund um den Globus – mit oder ohne Zustimmung der betroffenen Länder – gegen die „Feinde“ der USA operieren, sei es auf reinen Aufklärungs- und Erkundungs-Missionen oder mit gezielten Entführungs- oder Tötungsaufträgen.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: