Davos: Weltgrößtes Stelldichein der Vampire beendet | KenFM.de

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31-01-19 05:00:00,

Zum Wochenende war der Spuk in Davos vorbei. Spätestens am Samstag waren die weltweit gefährlichsten Vampire wieder davongeflogen, um das zu tun, was sie nicht lassen können, nämlich die arbeitenden Massen auszusaugen. Aber Hochstimmung kam diesmal nicht auf.

von Rainer Rupp.

In den letzten zehn Jahren der anhaltenden Krise haben die Zentralbanken rund um den Globus Papier im „Wert“ von zig Billionen (eine Billion sind tausend Milliarden) Dollar gedruckt und die Zinssätze dafür auf null und manchmal sogar darunter gedrückt. Und all diese angeblichen ökonomischen Impulse zur Stimulierung der Wirtschaft und Arbeitsmärkte gingen direkt in die Taschen der Reichen und Superreichen. Das Zentralbankgeld wurde nicht in die Produktion von Sachwerten investiert, sondern in Luxuswohnungen und in Immobilienanlageobjekten, in Aktien an den Börse, in superteure Yachten und Autos oder in edle Kunst oder Weine, wodurch in all diesen Sparten die Preise enorm gestiegen sind. Von der allgemeinen Preissteigerung wurden auch ganz normale Stadtwohnungen erfasst, und in vielen Regionen können Rentner oder Arbeiterfamilien die Miete nicht mehr bezahlen und müssen raus.

Aber das stört die mehrfachen Dollar-Milliardäre nicht, deren Zahl inzwischen auf über 2.000 gewachsen ist. Denn ihr Finanzvermögen hat sich seit 2009 mehr als verdoppelt. 2009 hatten alle Milliardäre der Welt 3,4 Billionen US-Dollar. Bis 2017 erreichten sie 8,9 Billionen US-Dollar. 8,9 Billionen Dollar (in Zahlen 8.900.000.000.000 Dollar) sind ein riesiger, fast unbegreiflicher Reichtum, zusätzlich zu dem bereits bestehenden unbegreiflichen Reichtum in einigen wenigen Händen. Facebooks Mark Zuckerberg z.B. vervielfachte in dieser Zeit sein Vermögen sogar beinahe um das 20-Fache, von drei Milliarden US-Dollar im Jahr 2009 auf über 58 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019.

Kommentaren von Teilnehmern an dem prestigeträchtigen „Weltwirtschaftsforum“ in Davos ist allerdings zu entnehmen, dass die Blutsauger in ihren bis zu 10.000 Euro pro Nacht teuren Hotelsuiten dieses Jahr nicht mehr ganz so sorglos gefeiert haben wie früher. Denn zum ersten Mal wurde die inzwischen unermessliche Ungleichheit zwischen Armen und Superreichen thematisiert. Womöglich hat ihnen jemand gesagt, dass zum Beispiel die unteren 50 Prozent der Bevölkerung, nämlich in der großen Mehrzahl abhängig beschäftigte Lohnbezieher, von 2001 bis 2017 im Durchschnitt pro Jahr 0,9 Prozent reale Einkommensverluste hinnehmen mussten. Und die sogenannte Mittelschicht, d.h. die Haushalte, die über der unteren 50-Prozent-Grenze liegen,

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