Indien: Selbstmorde für den guten Zweck

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03-02-19 09:45:00,

In Dhaka sind alle Flüsse verseucht. Foto: Gilbert Kolonko

  1. Indien: Selbstmorde für den guten Zweck

  2. Die Reinigung des Ganges als Wahlversprechen


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In Indien setzen immer mehr Gläubige ihr Leben ein, um den Ganges und seine Umwelt zu retten

“Er hat sein Leben geopfert, damit es zukünftige Generationen mal besser haben”, sagt Madhu Jhunjhunwala und meint damit den Hindupriester Swami Gyanswaroop Sanand: Am 11. Oktober 2018 starb dieser an den Folgen seines Hungerstreiks, den er 111 Tage vorher begonnen hatte. Sanand wollte Premierminister Narendra Modi zwingen, endlich seinem Wahlversprechen von 2014 Taten folgen zu lassen und den Ganges zu reinigen.

Religiöse Umweltaktivisten

Als die indische Kongress Partei 1979 einen ersten Versuch zur Rettung des Ganges startete und den Central Pollution Control Board (CPCB) ins Leben rief, war der Priester dessen erster Vorsitzender. Damals hieß Sanand noch G.D. Agarwal und lehrte als Professor an verschiedenen Universitäten und Instituten Umwelttechnik. 2011 nahm Agarwal enttäuscht von der Politik seinen neuen Namen an und wurde ein aktivistischer Priester – mit mehreren Hungerstreiks zwang er die Regierung kleinere Maßnahmen zur Reinigung des Ganges einzuleiten.

Doch auch heute ist der Ganges nachweislich an den meisten Stellen dreckiger als bei Modis Amtsantritt vor 4 Jahren – an vielen Abschnitten gilt er als biologisch tot. So überrascht es nicht, dass die Bewohner am Ufer des Ganges die höchste Krebsrate Indiens aufweisen.

Deswegen hat Madhu Jhunjhunwala am 18. Januar nach Haridwar in den Bundestaat Uttarkhand zu einer Konferenz gerufen, um nach Wegen zu suchen, die Reinigung voranzutreiben. Etwa 80 Aktivisten, Wissenschaftler und ein Anwalt des Höchsten Gerichts des Landes sind dem Ruf gefolgt.

Der Tagungsort ist nicht ohne Grund der Matri Sadan Ashram, der an einem naturbelassenen Stück des Ganges liegt: Nigamananda Saraswati, ein Schüler des Ashrams, war im Juni 2011 während eines Hungerstreiks aufsehenerregend ums Leben gekommen. Sein Guru und Leiter des Ashrams, Swami Shivanand, führte den Hungerstreik sechs Tage fort, dann knickte die Regierung von Uttarkhand ein und Verbot im Distrikt Haridwar Bergbau an den Ufern des Ganges.

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