Mit Faust und Bomben

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09-02-19 09:37:00,

Als Ende 2018 vier junge Männer zwischen 17 und 19 Jahren aus Afghanistan, Syrien und Irak im beschaulichen oberpfälzischen Amberg auf Prügel-Tour gingen und dabei 12 Menschen – darunter einen 13 jährigen Jungen – verletzten, schaukelte dies die Gemüter im gespaltenen Deutschland wieder hoch (1). Ein Gratis-Konzert gab es dennoch nicht. Weder von der #wirsindmehr-Avantgarde noch von Rechtsrock-Bands. Das ist bemerkenswert! Könnte man in diesem Falle doch tatsächlich von einer – wenn auch überschaubaren – Hetzjagd sprechen. Hier hieß es dieses Mal nicht „Hase, du bleibst hier!“ wie in Chemnitz, sondern eher „Hase, lauf weg!“.

Leider besteht mittlerweile nach solchen Gewaltexzessen größte Spannung, welche Nationalität der oder die Täter hatten. Je nachdem, ob es am Ende der „richtige“ Täter war, triumphiert die eine oder die andere Seite. Hatte der Täter einen Migrationshintergrund, reibt man sich bei der AfD die Hände. War der Täter ein Deutscher, sieht man sich im gut situierten links-liberalen Milieu der SZ-lesenden Bildungsbürger bestätigt, veranstaltet Konzerte und Aufrufe, um die braune Suppe zu übertünchen. Emotional überwiegt die Genugtuung, dass man in seinem Feindbild bestätigt wurde, der Trauer und dem Entsetzen darüber, dass etwas Schreckliches passiert ist. Dass jemand vergewaltigt, geschlagen, wenn nicht sogar getötet wurde.

Man kanalisiert die gesamte Energie lieber in Hass und den Kampf um die Rechthaberei, statt wirkliche Ambitionen zu finden, die Gewalt zu beenden oder zumindest drastisch einzudämmen. Denn im Grunde genommen haben beide Seiten recht!

Ja, es gibt einen massiven Rechtsruck! Ja, es gibt rechtsterroristische Aktivitäten! Ja, die rechtsradikale Struktur hat Institutionen wie die Polizei (2), den Verfassungsschutz (3) oder die Bundeswehr (4) tief und nahezu unentwirrbar infiltriert.

Gleichzeitig darf man aber nicht die genauso existierende – wenn auch strukturell bedingt quantitativ niedrigere – Gewalt durch Flüchtlinge negieren oder diese als tragische, wiederkehrende „Einzelfälle“ abtun! Ja, es gibt massive Gewalttaten durch Flüchtlinge! Ja, es gibt Rudel-Vergewaltigungen durch Flüchtlinge (5, 6)! Und ja, es kamen mit dem Flüchtlingszustrom von 2015 auch IS-Terroristen über die deutsche Grenze (7)! Vergleicht man die Kriminalstatistiken beispielsweise von 2017 mit denen von 2014, spricht der Anteil der Zuwanderer unter den Tatverdächtigen eine klare Sprache. Man braucht sich also nicht wundern, wenn Deutsche sich in ihren Innenstädten sukzessive unsicherer fühlen (8).

Blicken wir doch einfach den Tatsachen nüchtern ins Auge, anstatt uns in ideologischen Kämpfen gegenseitig zu zerfleischen (9).

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