Postkarte von Netanjahu

11-02-19 08:27:00,

Berlinale: Es kann nur besser werden

Autor: U. Gellermann

Datum: 11. Februar 2019

Der israelische Präsident will die Berlinale stoppen: Die Bundesregierung solle dem Festival den Geldhahn zudrehen wenn es BDS-Aktivisten einladen oder unterstützten wollte. BDS (Boycott, Divestment and Sanctions)-Aktivitäten wenden sich gegen die Apartheid in Israel. Auf die Frage der “Jüdischen Allgemeinen” in der Berlinale-Eröffnungspressekonferenz ob er davon gehört habe, fiel dem Berlinale‐Leiter Dieter Kosslick ein: Er habe von Netanjahu “noch keine Postkarte bekommen”, und auch offiziell kein Schreiben. Er könne sich aber vorstellen, dass Netanjahu “die Filme nicht mag, die wir spielen. Aber das interessiert uns eigentlich nicht so sehr. Er macht ja auch Sachen, die wir nicht mögen”. Die anwesenden internationalen Journalisten bedachten den scheidenden Kosslick mit freundlichem Beifall. – Kosslick hat viele gute Filme in den vergangenen Jahren nach Berlin geholt. Und eine Reihe guter Sprüche geklopft. Das was sein bester.

Auf der Suche nach Heimat
The Kindness of Strangers

Die dänische Filmemacherin Lone Scherfig stellte mit ihrem Film die Frage nach der Heimat: Nicht nach der Heimat-Sprache, nach der Heimat-Landschaft, oder gar den Grenzen der Heimat. Ihre Frage war im besten Sinn altmodisch, jene nach der sozialen Heimat. Eine junge Frau ist mit ihren beiden Kindern vor deren gewalttätigem Vater in ein kaltes New York geflohen und findet dort Hilfe bei Fremden. Menschen, die eigentlich selbst der Hilfe bedürfen. Als ständiges Menetekel setzt die Regisseurin ein Obdachlosen-Asyl ins zentrale Filmbild: Wer heute noch Obdach hat, erzählt der Film, der kann es schon morgen verloren haben. Das Asyl und die Schicksale, die Scherfig präsentiert, erzählen von einer Welt der Entwurzelung. Und ohne, dass die Regisseurin ein konkretes Wort über die sozialen Zusammenhänge verliert, kann der Zuschauer wissen, dass es um Hilfe geht, gehen muß. Scherfig bietet in ihrem Film nur eine private Lösung an: Die Betroffenen helfen einander und so sich selbst. Diese scheinbar unpolitische Lösung macht auf die riesigen Lücken der Gesellschaft aufmerksam: Die Netze organisierter Solidarität sind in vielen Ländern der Erde verschwunden oder haben zumindest große Löcher. Das notwendige Seminar über das Verschwinden der sozialen Sozialdemokratie und des realen Sozialismus – beides Systeme mit Fehlern aber letzte Konkurrenz-Modelle zum real existierenden Brutalo-Kapitalismus – muss sich jeder selbst organisieren.

Gott sei Dank!
Die katholische kriminelle Vereinigung

Gott sei Dank seien die Taten verjährt,

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