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Grüne und Atomkonzern gegen Gazprom

Autor: U. Gellermann

Datum: 11. Februar 2019

Reden wir übers Geschäft: Über der Ostseepipeline Nord Stream 2

ballen sich schwere ideologische Wolken. Rund um den russischenStaatskonzern “Gazprom” und seine Mit-Investoren, die BASF TochterWintershall und deren Partner hofft man einen guten Schnitt zu machen.Die US-Fracking-Industrie, die zur Zeit ein paar echte Absatz-Problemehat, will natürlich auch Geld verdienen. Und, kaum getarnt durch denfranzösischen Staat, ist da auch noch der französische AtomkonzernAreva, der das Unternehmen Gazprom zu Recht als echten Konkurrentenauf dem europäischen Energiemarkt begreift. Und dann gibt es da noch,scheinbar am Rande, eine Gruppe griechischer Reeder unter Führung vonPeter Livanos. Der Mann lebt in der Schweiz, sein Vater war trotzseines griechischen Namens US-Bürger und ein prima Freund desPapandreou-Klan. Reden wir über Milliarden, reden wir über legaleKorruption, reden wir darüber wie Kapitalinteressen die Regierungensteuern.

Aber solch brutale Profitwahrheiten darf man natürlich der

Bevölkerung nicht zumuten. Deshalb braucht das Kapital immer wiederneue Kleider. Den jüngsten Kostümball hat die FranzösischeRegierung inszeniert, als sie die EU-Bestimmungen für denEnergie-Import so ändern wollte, dass Energie zumindest teurergeworden wäre. Lauthals argumentiert haben die Franzosen aber mit der“Abhängigkeit Europas von russischem Gas”. – Im finnischenDörfchen Eurajoki, nicht weit vom Bottnischen Meerbusen, baut derfranzösische Konzern Areva das größte Atomkraftwerk Europas. Aufdem finnischen Markt treffen der russische Energie-Anbieter Gazpromund sein französischer Konkurrent Areva direkt aufeinander. Imafrikanischen Mali löst der Konzern Areva, der dort rund 5.000 TonnenUran abbauen will, Markt-Probleme mit Hilfe der französischen Armeeund der Bundeswehr. Das ist deutlich unkomplizierter und billiger alsder Unterhalt der vielen EU-Parlamentarier.

Vorne auf der Bühne wird das beliebte Stück über die Freiheit der

Ukraine aufgeführt, durch deren Gebiet die bisherige Gaspipelineführt. Auch die Polen spielen angeblich eine Rolle, denn die könnenan Nord Stream 2 einfach nichts verdienen. Hinter dem Vorhang wirdeinfach nur Geld gezählt. Immer, wenn ein Stück von Freiheit gespieltwird, melden sich die GRÜNEN: Reinhard Bütikofer, Chef derEuropäischen Grünen, meinte jüngst: “Doch durch das verbohrteFesthalten an Nord Stream 2 hat Berlin europäische Zerrissenheitstatt europäische Verständigung gefördert“. Bütikofer hat seinepolitische Karriere beim maoistischen Kommunistischen BundWestdeutschland (KBW) begonnen. Damals hat er sich als Agent Chinasbegriffen und war deshalb ein Feind der Sowjetunion. Obwohl dieSowjetunion schon länger abgetreten ist, funktioniert der alteFeind-Reflex immer noch. Deshalb ist es Bütikofer auch völlig egal,dass er heute zum Agenten eines Atomkonzerns wird und und ohne großeUmwege die imperialistischen Interessen der französischen Regierungvertritt.

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