Erdöl – Neuer Anlauf im Südsudan

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12-02-19 12:56:00,

Insignie der “Öl-Division”, 4. Division der SPLA, Streitkräfte des Südsudans. Die im Ölgebiet stationierte Einheit geriet aufgrund interner Machtkämpfe mit ethnischem Hintergrund 2013 in die Schlagzeilen. Bild: MrPenguin20 / CC-BY-SA-3.0

Nach dem Bürgerkrieg: Die Wiederbelebung des Ölsektors hängt vom Einvernehmen mit den Nachbarn im Norden ab, von denen man sich gerade gelöst hat – Teil 1

Seit seiner Unabhängigkeit vom Sudan im Juli 2011 war die Ölindustrie im Südsudan durch politische Interventionen und bewaffnete Konflikte erneut stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das vom Bürgerkrieg heimgesuchte Land könnte nun zu einem bedeutenden Ölproduzenten in Afrika werden – wenn der im September 2018 zwischen den Konfliktparteien ausgehandelte Friedensvertrag hält. Beobachtern zufolge ist der Frieden jedoch brüchig: kleinste Lageveränderungen können sein Ende bedeuten, wie vorangegangene Versuche zur Beilegung des Konflikts zeigten, wie etwa das Friedensabkommen vom August 2015, das den Menschen in der Gegend zwar eine kleine Atempause verschaffte, jedoch nicht verhindern konnte, dass die Kämpfe im Juli 2016 wieder ausbrachen.

Neben der Beschaffung dringend benötigter ausländischer Investitionen hat der Ölsektor des Südsudans vor allem ein geografisches Problem: Das Land verfügt mit 75 Prozent der Erdölreserven des Gebiets des ehemals vereinten Sudans über die drittgrößten Vorkommen in Schwarzafrika, gleich nach Nigeria und Angola. Es ist jedoch vom Seeweg abgeschlossen und muss sich auf den benachbarten Sudan verlassen, um das Öl per Pipeline auf den Weltmarkt zu bringen. Eine bestehende Vereinbarung über die Nutzung der Pipeline-Infrastruktur läuft Ende 2019 aus.

Modernisierung der Ölförderung: Nur im Frieden möglich

Die produktivsten Ölfelder der einst vereinten Nation erstrecken sich über die territoriale Grenze beider Länder, ein Umstand, der die Eigentumsverhältnisse kompliziert gestaltet: die Ausbeutung der Erdölvorräte hatte bereits wenige Monate nach der Erlangung der Unabhängigkeit des Südsudans Konflikte mit dem Nachbarn im Norden ausgelöst.

Unruhen aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Aufteilung der Öleinnahmen und zusätzliche Grenzstreitigkeiten haben die Ölproduktion gedrosselt und den Willen zu Investitionen in beiden Ländern gebremst. Der damals noch vereinte Sudan hatte als Newcomer erst 1999 mit der Ölförderung begonnen. Zur Zeit seiner Spitzenproduktion förderten die Sudanesen knapp 500.000 Barrel pro Tag. 2017 betrug die durchschnittliche Erdölförderung im Sudan und im Südsudan keine 200.000 Barrel pro Tag mehr. Es wird als unwahrscheinlich angesehen, dass eines der beiden Länder die Produktion nun steigern kann,

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