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12-02-19 08:37:00,

Auf Initiative der Regierungen Mexikos und Uruguays trafen am vergangenen 7. Februar in Montevideo Regierungsvertreter von acht Ländern der Europäischen Union und fünf Ländern Lateinamerikas auf einer internationalen Konferenz zur Förderung des Dialogs in Venezuela zusammen. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Parallel dazu erreichte am gleichen Donnerstag ein Konvoi aus zwei großen Sattelzugmaschinen und sieben kleineren Lastwagen mit der weltweit medial ausgeschlachteten „humanitären Hilfe für Venezuela“ die kolumbianische Grenzstadt Cúcuta. „Die Gegner von Nicolás Maduro verstärken ihre Bemühungen, den umkämpften Präsidenten weiter zu isolieren“, kommentierte nicht ohne Grund der britische Guardian.

Der Konvoi der kolumbianischen Transportfirma Coltanques musste aber erwartungsgemäß vor der internationalen La Tienditas-Brücke stoppen, nachdem die venezolanischen Behörden die Überfahrt angeblich mit Schiffscontainern und einem Tanklastwagen blockiert hatten. Die Nachricht wird jedoch von einem weltweit verbreiteten Foto der Blockade untermauert, die einen Sonderbericht über die Fabrizierung und Hinnahme einer Fake-Montage verdient, denn die Brücke über den Táchira-Fluss hat es in sich.

Mit einer gemeinsamen Grundsteinlegung Venezuelas und Kolumbiens im Jahr 2014 und einer Investition von fast 40 Millionen Dollar wurde die Brücke im November 2016 zwar fertiggestellt, doch wegen der seitdem aufgezogenen politischen Konflikte zwischen beiden Regierungen niemals offiziell eingeweiht, sondern seitdem von venezolanischer wie auch kolumbianischer Seite mit Containern, Tankwagen und Stellgittern blockiert.

Die Dialog-Konferenz von Montevideo offenbarte den weltweiten Riss in der von den USA und der EU beanspruchten „internationalen Gemeinschaft“ in Sachen Venezuela. Weder fanden die USA und die Lima-Gruppe konservativer lateinamerikanischer Regierungen in der Organisation Amerikanischer Staaten (Spanisch: OEA) eine Mehrheit für die Anerkennung Juan Guaidós als „Interimspräsidenten“, noch gelang US-Außenminister Mike Pompeo die Zustimmung des UN-Sicherheitsrats für eine „Delegitimierung“ und den Sturz des amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro.

Auch die Abschlusserklärung von Montevideo wurde nicht einstimmig angenommen. Bolivien, Mexiko und die Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) stimmten gegen die Formulierungen und Ziele der EU-Länder.

„Humanitäre Hilfe“: ein von langem Arm vorbereitetes Täuschungsmanöver

Der Riss reicht bis hinein ins Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Dessen Delegationsleiter in Kolumbien, der Schweizer Christoph Harnisch, erklärte, das IKRK werde sich nicht an der Verteilung der Hilfe aus den USA beteiligen, da sie staatliche und keine humanitäre Hilfe bedeute.

„Wir beteiligen uns nicht an Hilfeleistungen,

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