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13-02-19 07:32:00,

In Deutschland finden noch fast 80 Prozent aller Zahlungen im Einzelhandel mit Bargeld statt

Viele Menschen hängen am Bargeld, während es Bestrebungen gibt, Bargeld als Zahlungsmittel ganz auszuschließen, beispielsweise von der Better Than Cash Alliance (Schönes neues Geld – kommt die totalitäre Weltwährung?). Die Deutsche Bundesbank hat nun zusammen mit dem EHI Retail Institute einen Bericht über Zahlungsmittel im Einzelhandel vorgelegt. Die Studie basiert auf Messungen der Dauer von Zahlungsvorgängen an Einzelhandelskassen und einer Befragung von zehn großen und 20 kleinen Händlern zum Aufwand von Backoffice-Tätigkeiten im Zusammenhang mit Bezahlverfahren.

Danach erfolgen Bargeldzahlungen im Durchschnitt nicht nur schneller als die Bezahlung mit PIN-Eingabe und vor allem mit Unterschrift, sondern sie sind auch für den Händler günstiger. Durchschnittlich verursachen sie Kosten von 24 Cent. Allerdings ist das Bezahlen mit Girocard nicht wesentlich teurer (33-34 Cent), bei Kreditkarten sind die Transaktionskosten mit einem Euro deutlich höher. Am wenigsten Kosten verursachen Bargeldzahlungen unter 20 Euro, bis 50 Euro sind sie für den Händler günstiger als das Zahlen mit einer Girocard.

Sowieso finden noch 78 Prozent aller Bezahlungen mit Bargeld statt, vor allem im Lebensmitteleinzelhandel und wenn es sich um kleinere Beträge handelt. Beim Umsatz liegt Bargeld noch mit 51 Prozent vor den Kartenzahlungen mit Karten. Der durchschnittliche Einkaufsbetrag liegt bei 21 Euro, bei Barzahlungen bei 14 Euro.

22,3 Sekunden dauert im Durchschnitt eine Bezahlung mit Bargeld am POS. Damit ist Bar-geld um rund sieben Sekunden schneller als eine Kartenzahlung mit PIN-Eingabe und knapp 16 Sekunden schneller als eine Kartenzahlung mit Unterschrift.

Allerdings dauert das Zahlen mit Bargeld länger, wenn die Summe höher ist. Unter 10 Euro dauert es 18 Sekunden, zwischen 50 und 100 Euro schon 32 Sekunden. Warum das auch so ist, wenn man mit Karte und PIN-Eingabe zahlt, nicht aber, wenn unterschrieben werden muss, ist nicht ganz nachvollziehbar. Klar hingegen ist, dass auch das Alter der Kunden eine Rolle spielt. Mit zunehmenden Alter verlangsamt sich eben auch das Zahlen mit dem Bargeld, zumal wenn die Augen auch nicht mehr gut sehen. Die Bezahldauer kann für die Kunden lästig sein, für die Händler ist sie ein Kostenfaktor.

Nicht mit einbezogen in die Untersuchung wurde das kontaktlose Zahlen. Nach Simulationen würde auch damit Bargeld die geringsten Transaktionskosten erfordern,

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