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Die Berlinale im Sog der Macht

Autor: U. Gellermann

Datum: 18. Februar 2019

Spätestens mit den “Gelbwesten” und deren bescheidener Gewalt im Widerstand gegen Lohnraub, Entlassungs-Terror und Steuer-Folter ist die Gewalt wieder Thema der gesellschaftlichen Debatte geworden. Die vier folgenden Filme der Berlinale handeln von den unterschiedlichen Formen und Quellen der Gewalt.

Dick Cheney
Das Monster der Staatsgewalt

Der Film „Vice“ ist ein gut gespielter Dokumentarfilm mit Christian Bale als Dick Cheney über den US-Vizepräsidenten, der mit dem Tarnbegriff “Krieg gegen den Terror” den Irak mit einem brutalen, immer noch andauernden Krieg überzogen hat. Als Triebfeder erkennt der Regisseur Adam McKay neben dem persönlichen, unersättlichen Ehrgeiz von Dick Cheney durchaus die unersättliche Gier der Rüstungsindustrie nach Maximalprofiten und die Formierung staatlicher Repression. Zugleich wird deutlich, dass der Krieg gegen den Terror auch zum Instrument der Unterdrückung im eigenen Land gerät. Der Film will zu viel und zugleich zu wenig erzählen: Zwar geht er den privaten Verästelungen von Cheynes Lust an der Macht nach ohne auf den mächtigen Kriegsmarketender “Halliburton” und seine korrupte Verquickung mit dem US-Staat zu verzichten. Doch der scheinbare Anlass für die staatliche Orgie innerer und äußerer Gewalt, die Anschläge des 9/11, werden leider nicht analysiert. Mit einem rasanten Erzähl-Tempo liefert der Film gleichwohl ein echt brutales Bild des Cheney-Monsters und eines entfesselten Staatsapparates, der die Gelegenheit für Krieg und Unterdrückung prima zu nutzen versteht.

Die Kinder-Mafia
Neapel sehen und sterben

Noch ziemlich jung sind die Protagonisten des Films “Piranhas“ von Claudio Giovannesi: In den Straßen von Neapel ist ein besseres Leben als das eines Arbeitslosen offenkundig nur zu meistern, wenn man schon früh als Auszubildender bei der örtlichen Mafia anfängt. Ganz unten stehen die Kleindealer, die sich ihre schnellen und opulent fotografierten Motorradfahrten durch die Stadt nur leisten können wenn sie die Konkurrenz der anderen Mafia-Sippe verdrängen. Der Kampf um die Macht in der Stadt wird gut inszeniert: Ein paar opulente Bilder vom Portionieren des Stoff, ein paar dekorative Aufnahmen der Kokain-Lines und als Hintergrund die schöne, bunte Stadt Neapel lassen den Film eher in die Action-Ecke rutschen. Obwohl die Arbeit auf einem analytischen Buch des Schriftstellers Roberto Saviano fußt, ist die Verquickung von Mafia und Staat im Film weitgehend ausgeblendet. Und nur wer sich ein wenig Mühe gibt,

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