Willy Wimmer: „Die USA führen die Nato nur noch mit Nötigung und Erpressung“

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18-02-19 03:38:00,

Die 55. Münchner Sicherheitskonferenz ist Geschichte. Willy Wimmer, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, hat selbst viele Jahre an der Konferenz teilgenommen. Er meint, München war ein Treffen der Anti-Trump-Koalition, bei dem es darum ging, den Druck auf die Nato und die europäischen Bündnispartner zu erhöhen.

Herr Wimmer, wie war Ihr Eindruck von der diesjährigen Sicherheitskonferenz? Was bleibt hängen?

Ich glaube, dass die deutschen Automobilbauer Auswirkungen von München unmittelbar zu spüren bekommen werden. Die Bundeskanzlerin hat ja dort gegen den amerikanischen Präsidenten in einer Weise randaliert, dass das nicht ohne Folgen bleiben wird. Man kann nicht jemandem während der gesamten Rede gegens da Schienbein treten und dann erwarten, dass Einsicht gezeigt wird bei ökonomischen Interessen.

Ich habe in meinem Fazit von der Sicherheitskonferenz einen Riss im transatlantischen Verhältnis konstatiert. Mein Kollege hat mich daraufhin korrigiert, dass es keinen Bruch mit den USA, sondern mit Trump gibt. Wie sehen Sie das?

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AFP 2018 / Christof STACHE

Ja, das wurde in München offensichtlich. Das war ja in München ein Treffen der Anti-Trump-Koalition. Es haben bei der Rede von Frau Merkel ja auch die gejubelt, die zu den europäischen Gefolgsleuten dieser amerikanischen Kriegskoalition gehören. Das hat sich dann auch bei der Rede des Vizepräsidenten Pence gezeigt, der auch zu dieser Kriegskoalition gehört und dessen Rede höchst unglaubwürdig war, obwohl er sich immer wieder Richtung Trump über den Atlantik verneigt hat. Man konnte auch in seiner Rede feststellen: Die USA führen die Nato nicht mehr aus gemeinsamer Interessenlage, sondern nur noch mit Nötigung und Erpressung.

Das konnte man erst vor wenigen Wochen spektakulär in Moskau sehen, als die Russische Föderation die westlichen Militär-Attachés eingeladen hatte, sich das fragliche Raketengeschoss an Ort und Stelle anzusehen, das den USA als Vorwand diente, den INF-Vertrag aufzukündigen. Die Vereinigten Staaten haben die westlichen Militär-Attachés so unter Druck gesetzt, dass, soweit ich weiß, außer dem zypriotischen und griechischen Militär-Attaché niemand es gewagt hat, dieses Raketengeschoss in eigenen Augenschein zu nehmen.

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