Im Zeichen des drohenden Ökozids erwächst ein Krieg der Generationen | KenFM.de

im-zeichen-des-drohenden-okozids-erwachst-ein-krieg-der-generationen-kenfm.de

27-02-19 06:23:00,

von Dirk C. Fleck

„Fridays for Future. Entsteht gerade eine ökologische Jugendbewegung?“ Unter dieser Überschrift berichtete der Berliner Tagesspiegel am 22. Februar von einem Phänomen, das weltweit zu beobachten ist: die Bewusstwerdung einer Generation, die das schreckliche Erbe auszulöffeln hat, das wir, die Tätergeneration, ihr hinterlassen werden. Am 20. August 2018 war die damals fünfzehn Jahre alte schwedische Schülerin Greta Thunberg in einen „Schulstreik“ getreten, um für radikalen Klimaschutz zu demonstrieren. Auf der 24. Weltklimakonferenz im polnischen Katowice hielt sie dann eine Rede, die international Beachtung fand. In nie da gewesener Offenheit schleuderte sie den versammelten Staatschefs folgenden Satz entgegen: „Sie alle hier haben ja nicht einmal den Mut, die Tatsachen zu benennen. Selbst diese Last laden Sie uns Kindern auf!“ 

Seitdem gehen jeden Freitag überall auf der Welt hunderttausende Kinder und Jugendliche auf die Strafe anstatt in die Schule, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. „Wenn Jugendliche in Berlin vor dem Bundestag stehen, wissen sie, dass sie Teil einer globalen Gleichzeitigkeit sind,“ schreibt der Tagesspiegel und fragt: „Wächst also gerade eine neue Generation von ökologischen Idealisten heran?“ –  „Auf jeden Fall,“ bestätigt Klimaexpertin Lisa Göldner von Greenpeace. Besonders verblüffend daran sei, dass sich der Protest von selbst trage. „Mit einer erstaunlichen Professionalität und Intuition.“ Zwar hätte Greenpeace den Jugendlichen ihre Unterstützung angeboten, „aber die brauchten sie gar nicht. Das haben sie uns ganz selbstbewusst mitgeteilt.“

Irgendwie war das absehbar. Und absehbar ist auch, dass es in den kommenden Jahren nicht bei diesen friedlichen Protesten bleiben wird. Da nichts, aber auch gar nichts, auf eine radikale Kehrtwende in Politik und Wirtschaft hin deutet, werden sich die Fronten zwischen denen, die den Ökozid aus reiner Profitgier herbei führen und denen, die ihn zu ertragen haben, auf unvorstellbare Weise verhärten. Mein Roman „GO! – Die Ökodiktatur“, der bereits vor 36 Jahren erschienen ist und immer aktueller wird, enthält eine Szene, die genau diese Situation beschreibt. Und weil die Fiktion inzwischen nahe an die Wirklichkeit gerückt ist, erlaube ich mir, sie hier noch einmal zur Kenntnis zu geben:

Philip Baro blickte von der Uferböschung aufs Meer. Es mochten etwa fünfzehn Grad sein an diesem trostlosen Dezembertag. Wann hatten sie das letzte Mal einen richtigen Winter erlebt?

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: