schluss-mit-gehirnwasche

28-02-19 10:06:00,

Irgendwann kommt jeder an einen Punkt, an dem er aufgeben will, wenn er gegen die Verdrehungen, Propaganda und Falschmeldungen, die geistige Vergewaltigung einer Gesellschaft, ankämpft. Hat man mühsam eine Meldung entlarvt, wuchsen längst zwei neue an ihrer Stelle wie die Köpfe der antiken Hydra. Manchmal wirkt es auch wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel, denn was wie Nachrichten oder Dokumentation daher kommt, ist in Wirklichkeit viel zu oft platte Demagogie.

Deshalb sollte der Fokus von Menschen, die aufklären wollen, nicht mehr auf dem Widerlegen von falschen Behauptungen und Thesen liegen, sondern darauf, der Allgemeinheit Werkzeuge zu geben, damit sie sich selbst ein Urteil bilden kann. Das ist umso wichtiger, seit wir wissen, dass das „Framing“, also das Benutzen von auf das Unbewusstsein wirkenden Aussagen, eine der wichtigsten Manipulationsmethoden wurde, zum Beispiel der öffentlich-rechtlichen Medien. „Selbstermächtigung“ muss das Ziel sein, die persönliche Unabhängigkeit von einem „Erklärbär“ zu erreichen.

Durch dieses Vorgehen macht sich der Aufklärer auch gleichzeitig entbehrlich. Es ist anschließend viel weniger wichtig, ob er gesperrt, gelöscht, verleumdet wird. Wenn die Menschen selbst in die Lage versetzt werden, Nachrichten richtig einzuordnen, zu analysieren und auf ihre Zielrichtung hin zu prüfen, wird Aufklärung zu einem Selbstläufer und damit unaufhaltsam. Hätte Herakles nicht Iolaos zur Hilfe gerufen, und der den Wald angezündet, wäre Herakles mit seinen Bemühungen, die Köpfe der Hydra abzuhacken, bis heute beschäftigt.

Ein erstes Beispiel findet sich in meinem Essay über die „Chemiewaffen“ Syriens (1), das auch als Artikelserie bei KenFM erschien. In dem Text versuche ich, dem Leser klar zu machen, wie er selbst herausfinden kann, ob eine Meldung über einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien wieder einmal eine Propagandameldung von einer der Kriegsparteien ist oder auf Tatsachen beruht, und wie die beschriebenen „Fakten“ einzuordnen sind.

Schauen wir uns eine der Meldungen der letzten Tage an: Der US-Präsident Trump erkläre, er hätte circa 800 ausländische ISIS-Kämpfer inhaftiert und wünschte, dass die Herkunftsländer diese übernähmen und aburteilten, ansonsten würde er sie freilassen. Nun sollte man sich folgende Fragen stellen:

Cui bono, wer profitiert davon?

Die USA intervenieren nicht nur laut eines Gutachtens des Wissenschaftlichen Dienstes des deutschen Bundestages völkerrechtswidrig in Syrien und haben dort ein völkerrechtswidriges Besatzungsregime eingerichtet. Dieses geht erbarmungslos gegen die legitimen Kräfte des Landes vor, sobald diese versuchen, selbst gegen den Terrorismus in dieser besetzten Region vorzugehen.

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