Den Eliten gefällt das … Schülerproteste stoßen auf Hass und Häme

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07-03-19 09:59:00,

Unter dem Motto „Fridays For Future“ gehen seit vielen Wochen an jedem Freitag weltweit Schüler auf die Straße, um für eine ernsthafte Klimapolitik zu demonstrieren. Alleine in Deutschland sind es zur Zeit mehr als 20.000 Schüler, die sich Woche für Woche an den Demos beteiligen. Wer nun meint, dass diese längst überfällige „Wiedergeburt“ der Protestkultur unter Jugendlichen von Erwachsenen, die man durchaus dem kritischen Lager zurechnen kann, durchweg positiv gesehen wird, kennt jedoch den destruktiven Einfluss der (a)sozialen Netzwerke auf unsere Meinungsbildung noch nicht gut genug. Was im besten Fall ein demokratisches Netzwerk zur Aufklärung und Information hätte werden können, ist auf dem besten Weg, zu einem gigantischen reaktionären Stammtisch zu werden. Jedes Fünkchen der Aufklärung wird dort von einer dumpfen, populistischen Meinungsführerschaft niedergemacht. Den Eliten gefällt das. Von Jens Berger.

An der zur Zeit wohl populärsten Schwedin der Welt scheiden sich vor allem im Netz die Geister. Für die Einen ist Greta Thunberg eine Ikone, die es geschafft hat, die Notwendigkeit eines radikalen Umbruchs in der Klimapolitik wieder in die Schlagzeilen zu bringen. Für die Anderen ist Greta eine „Marionette des Systems“, die uns wahlweise von „wichtigeren Themen“ ablenken soll und/oder für die „wirtschaftlichen Interessen“ ihrer „Hintermänner“ instrumentalisiert wird. Welche Interessen das sein sollen, bleibt dabei – wie so vieles – im Vagen. Einig sind Freund und Feind lediglich darin, die kleine Greta als Gesicht der Schülerproteste zu sehen.

An dieser Stelle ist ein einführendes „ceterum censeo“ von Nöten. Ja, es ist natürlich auffällig, dass die Medien sich derart massiv auf die junge Schwedin stürzen und ihr eine „Expertenfunktion“ zuschreiben, die sie rein objektiv nicht erfüllen kann. Ja, es ist auch seltsam, dass eine 16-jährige Schülerin plötzlich auf internationalen Konferenzen Rederecht bekommt. Und wer die „Greta-Tour“ eigentlich finanziert, wäre auch interessant. Ja, man muss kritisieren, dass die Medien wie im Gleichklang ihr Hohelied auf die junge Schwedin anstimmen, ohne auf diese kritischen Fragen einzugehen.

Andererseits kann man ja wohl kaum das junge Mädchen dafür verantwortlich machen, dass die Medien einmal mehr ihren Job nicht richtig machen. Auf Facebook hat sich unter eigentlich kritischen Menschen sogar die „Logik“ breit gemacht, dass die Schülerproteste deshalb abzulehnen seien, weil die Medien darüber so positiv berichten. Einige Leserbriefe, die wir bekommen haben, gehen auch in diese Richtung. Nach dieser „Logik“ müsste dann auch die Entspannungspolitik falsch sein,

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