es-bleibt-immer-was-hangen

15-03-19 08:14:00,

Auf welche gesicherten Erkenntnisse Maas sich bezog, ließ er nicht wissen, als er nach seinem Treffen mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He nölte:

„Mit Umerziehungslagern können wir uns nicht abfinden“ (ebenda).

Auf tagesschau.de heißt es weiter: Auf die Frage, ob er von der chinesischen Regierung einen Zutritt von Menschenrechtsorganisationen zu den Lagern in der Provinz Xinjiang fordere, äußerte sich Maas zurückhaltend. Es sei sinnvoll, Transparenz herzustellen und dafür ein vernünftiges und objektives Verfahren zu finden.

„Wer für diese Transparenz sorgt, ist zunächst einmal zweitrangig“ (ebenda).

Konkretes, Belastendes wusste Häuptling Große Klappe zu diesem Zeitpunkt demnach auch nicht.

Inzwischen hat die Regierung in Beijing zwar schon reihenweise Regierungsvertreter aus vorwiegend arabischen Staaten und aus Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung zu Ortsbesichtigungen nach Xinjiang eingeladen und damit für reichlich Transparenz gesorgt (2). Aber was hilft das, wenn außer dem im Londoner Exil aktiven TV- Magazin „Al Araby / The New Arab“ keiner diese Transparenz nutzt?

Ein einfacher Hinweis auf die Infos der Al-Araby-Leute hätte genügt. Die hatten sogar voll im transatlantischen Trend gelegen und reichlich gehässig behauptet, die diplomatischen Bemühungen Bejings dienten nur der Weißwäscherei. Der Grund für die verächtliche Einschätzung der transatlantisch orientierten Al-Araby war leicht erkennbar: Die muslimischen Diplomaten äußerten sich nach ihren Besichtigungsreisen — zum Ärger der Boulevardjournaille — entweder überhaupt nicht über die Lager oder nicht in erhofft kritischer Weise.

Arabischen beziehungsweise muslimischen Politikern muss eben niemand lange erklären, was islamischer Terrorismus ist, was er beabsichtigt und was er bewirken kann. Sie ließen sich folglich nicht zu Zeugen für angebliches chinesisches Unrecht aufrufen. Wegen ihrer Reserviertheit gegenüber dem transatlantisch genormten Sensationsjournalismus sahen sich die Diplomaten allerdings dem Vorwurf der Al-Araby ausgesetzt, ihr Schweigen sei auf finanzielle Abhängigkeit von der Volksrepublik China zurückzuführen. Selbst prowestlichen Regierungen wie der ägyptischen wurde das unterstellt.

Die Qualitätsjournalisten der ARD-aktuell erwähnten die ihrer antichinesischen Propaganda abträglichen Besichtigungsreisen natürlich nicht. Selbst als Beijing die Vereinten Nationen zu einer formellen Überprüfung der Vorwürfe einlud (3), schwieg die Tagesschau eisern. Chinesen oder Russen könnten heutzutage Kopfstand auf der Zunge vorführen, sie bekämen dennoch keinen Beifall von den westlichen Agitatoren.

Die antichinesische Hetze erzielt Wirkung, trotz aller diplomatischen Bemühungen Beijings. Ausnahmsweise erlauben wir uns hier ein Selbstzitat aus unserem früheren Rubikon-Beitrag zum Thema „Uiguren-Lager“ (4),

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