Gerechter Frieden ist kein Antisemitismus | KenFM.de

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15-03-19 03:51:00,

Zum Göttinger Friedenspreis für die ‚Jüdische Stimme‘

von Bernhard Trautvetter.

Die Auseinandersetzungen um den vom Zentralrat der Juden kritisierten diesjährigen Preisträger des Göttinger Friedenspreises – die Jüdische Stimme – fügen sich wie nahtlos in eine weltweite Stimmungsmache und Vorgehensweise einflussreicher Kräfte gegen Kritiker/innen der rechten Regierung Israels ein. Es geht bei den damit zusammenhängenden Konflikten um weit mehr, als um das jeweilige Thema konkret. Es geht um Grundrechte, Menschenrechte und damit um die Zukunft von Menschen und von den Gesellschaften, in denen der Konflikt Spannungen auslöst. 

Eins der Elemente des Konflikts besteht darin, dass der Preisträger zu jenen Kritikern der Regierung Israels gehört. Schon die Vorgeschichte der Jüdischen Stimme macht das deutlich: Am 9. November 2003 fand die Gründung der deutschen Sektion der ‚European Jews for a just Peace‘ statt. Die Motivation zu diesem Schritt entsprang der Erkenntnis, dass es einen Frieden nicht ohne Gerechtigkeit gibt. Die Regierung von Benjamin Netanjahu mit den sie tragenden ultrarechten, militaristischen und rassistischen Kräften, die arabischen Israelis zehntausendfach die Staatsbürgerschaft abnehmen wollen, ist einer Haltung im Sinne eines gerechten Friedens gegenüber feindselig eingestellt.  Immer häufiger und massiver werden Kritiker/innen dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt; dabei vermischen Medien, Institutionen, Organisationen und einzelne ‚Antisemiten-Ankläger‘  Israel mit Zionismus und den Juden, bzw. dem Judentum insgesamt. Sie unterstellen eine Einheitlichkeit aller Juden und postulieren ihre Position als die Jüdische. In der Folge werden kritische Organisationen damit konfrontiert, dass ihnen Räumlichkeiten für Veranstaltungen vorenthalten werden. Ein weiteres Element dieser Entwicklung besteht darin, dass diese Ankläger immer häufiger auch Israel-kritische Juden als sogenannte ‚Selbsthasser‘ (…) herabwürdigen; diese Unterstellung wird immer häufiger mit dem Vorwurf des Antisemitismus verknüpft. Nachfahren der Opfer der Nazis werden vermehrt mit diesem Vorwurf konfrontiert und verletzt (1). Moshe Zuckermann antwortet auf diesen Vorwurf, er handele mit seiner kritischen Position nicht aus Selbsthass, sondern aus dem Motiv des Antifaschismus heraus (2).

Was hier aus Kreisen der Herrschenden und von Seiten einiger Kräfte wie der Antideutschen (3) geschieht, das stellt eine Gefährdung vieler kritischer Organisationen dar, je nachdem, wie erfolgreich die Angriffe gegen demokratisch-alternative Kräfte ablaufen, wie viel oder wenig Gegenwehr zu verzeichnen ist.

Die damit verbundene Gefahr für die Demokratie wird am aktuellen Konflikt um den Göttinger Friedenspreis deutlich;

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