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17-03-19 03:06:00,

Mit 500 Bussen und 15 Sonderzügen haben sich Menschen aus dem ganzen Land auf den Weg gemacht, um die Angeklagten im Prozess zu unterstützen und das Selbstbestimmungsrecht zu fordern

Seit Wochen wird in der spanischen Hauptstadt Madrid unter höchst sonderbaren Umständen gegen katalanische Politiker und Aktivisten zu Gericht gesessen, wofür “alle Regeln geändert wurden”, wie die Verteidigung gegenüber Telepolis beklagt hatte. “Das Selbstbestimmungsrecht ist kein Verbrechen – Demokratie bedeutet zu entscheiden”, lautete deshalb das Motto einer Großdemonstration an diesem Samstag, mit der das Zentrum Madrids in eine gelbe Flut verwandelt wurde, um die 12 Angeklagten zu unterstützen.

Das Ziel, mit dem Paseo del Prado den zentralen Boulevard in der Hauptstadt zu füllen, wurde mehr als erfüllt. Statt spanischen Fahnen waren die Straßen mit katalanischen, baskischen, galicischen und andalusischen gefüllt. Zu sehen waren aber auch viele Fahnen der durch die Putschisten gestürzten spanischen Republik und die lilafarbenen Fahnen, mit einem roten Stern in der Mitte, in dem eine Burg thront. Das ist die Fahne der “Izquierda Castellana” die sich besonders für diese historische Demonstration in der Hauptstadt eingesetzt hatte.

Die Sprecherin der Formation Elena Martínez hatte angekündigt, dass sich das “andere Madrid” zeigen werde. “Diese Demonstration ist nicht nur eine Demonstration von Katalanen in Madrid”, erklärt sie. “Heute ist es an uns, zu sagen, dass die Verteidigung von Katalonien die Verteidigung Madrids ist”, sagte sie mit Blick auf die Demonstration kürzlich. Die drei rechten und ultrarechten Parteien gingen gemeinsam gegen jeden Dialog mit Katalonien auf die Straße. Sie konnten allerdings nur 45.000 Menschen versammeln. Obwohl sie ihre Anhänger umsonst mit Bussen in die Hauptstadt kutschiert hatten, wurde ihr Protest ein Rohrkrepierer und blieb weit hinter diesem heutigen Protest für Grundrechte zurück.

Die Demonstration am Samstag kann als voller Erfolg und als historisch genannt werden. Wie bei den Katalanen üblich verlief sie friedlich und in Feststimmung, obwohl es zu kleineren Provokationen von Rechtsradikalen kam und die paramilitärische Guardia Civil sich auf dem Weg in die Hauptstadt viele Schikanen einfallen ließ, um die Busse aufzuhalten. In Madrid machten sich 20 verlorene Falangisten zudem mit einer Gegendemonstration lächerlich. Die Beteiligung an der Demonstration für das Selbstbestimmungsrecht war dagegen enorm.

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