Flygskam – Scham und Schande für das Fliegen mit dem Flugzeug

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06-04-19 09:20:00,

  1. Flygskam – Scham und Schande für das Fliegen mit dem Flugzeug

  2. Der ökologische Ablasshandel

  3. Die Umweltfolgen von Urlaubsreisen


  4. Auf einer Seite lesen

Nach dem Diesel hat die ökologische Moralpolitik nun die Ächtung von Flugreisen auf die Tagesordnung gesetzt. Obwohl: Für nur einen Flug kann man einen Diesel recht lange fahren

In Schweden werden der Flugzeug-Boykott und der Hashtag “Flygskam” gerade cooler Öko-Trend. Flygskam setzt sich aus den schwedischen Wörtern “flyg” und “skam” zusammen und meint “Flug” und “Schande”. Wer die Umwelt und das Klima schützen will, sollte danach vor allem auf eines verzichten: Flugreisen. Wer es trotzdem tut, sollte sich schämen oder zumindest mit der Verachtung der prinzipienfesten Ökologiebewegung rechnen. Das ist exemplarische Öko-Moralpolitik.

Nur im Rechtsleben ist widersprüchliches Verhalten unzulässig, nicht im politischen und persönlichen Leben

Mit der Prinzipienfestigkeit ist das allerdings so eine Sache. Kürzlich lösten zwei Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen einen heftigen Shitstorm aus, als ihre privaten Flug-Eskapaden bekannt wurden. Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer, eine der Hauptorganisatorinnen des von Greta Thunberg inspirierten Schulstreiks “Fridays For Future”, hatte ausweislich ihres Instagram-Accounts Fernreisen nach Kanada, Honkong, Schweden, England, Marokko, China, Indonesien, Namibia, Schottland, Tanzania unternommen (Der Account wurde mittlerweile “bereinigt”). Daneben bereiste sie in der näheren Umgebung Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, Schweiz, Polen und die Niederlande.

Nimmt man nur die zehn Fernreisen der dem Klimaschutz dienenden Aktivistin, so hat sie nach dem CO2-Rechner von Atmosfair den Ausstoß von rund 27.000 kg CO2 verursacht. Nach den Berechnungen von Atmosfair liegt das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen bei 2.300 kg/Jahr, wenn die durchschnittliche Erderwärmung bis 2050 auf 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden soll.

Bis 2050 verbleibt ein globales Emissionsbudget von ca. 750 Mrd. t CO2. Bei einer angenommenen mittleren Weltbevölkerung von 8,2 Mrd. Personen im Zeitraum 2010 bis 2050 bedeutet dies, dass jedem Menschen auf dieser Erde ein klimaverträglicher Ausstoß von im Durchschnitt jährlich rund 2,3 t CO2 zusteht.
Atmosfair

Die Grüne Luisa Neubauer hat somit bereits bis zu ihrem 21. Lebensjahr nicht nur den gewaltigen Berg von 27 Tonnen Kohlendioxid verursacht,

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