Die Doppelzüngigen

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10-04-19 07:08:00,

Die letzten Tage beziehungsweise Wochen vor dem Kongress „Krieg nach innen, Krieg nach außen — und die Intellektuellen als „Stützen der Gesellschaft“? (1) haben das Thema bereits scharf illustriert: Der Krieg scheint das wichtigste Feld unserer Politiker zu sein, die letzte Form ihrer Kommunikation. Wenn nichts mehr geht, so geht immer noch „Krieg!“: Die Kriegsdrohung gegen Russland hat noch nichts an ihrer Gefährlichkeit eingebüßt (2) — im Gegenteil, da wird schon die Interventions-Drohung gegen Venezuela gerichtet, der Putschist als Staatsmann herumgereicht (3).

Das geht sogar den rechten Regierungen Latein-Amerikas zu weit (4). Sie wissen inzwischen sehr gut, nicht erst seit dem Krieg in Syrien: Kriege werden immer gegen die Bevölkerung geführt – auch gegen die Bevölkerung des kriegstreibenden Landes.

Dem beabsichtigten Völkerrechtsbruch, geht die Zerstörung der Demokratie im Inneren voraus: den „Rückfall in koloniale Praxis“, so Norman Paech in der jungen Welt vom 6. Februar 2019 (5). Das kann sich nur eine Kolonialmacht leisten beziehungsweise eine, die diesen Status anstrebt und auch innenpolitisch vorbereitet (6).

Diese Kriege sind nur möglich, wenn den Krieg nach außen ein Krieg im Inneren sekundiert. Wenn die Straßen nach Osten panzerfest gemacht werden, wenn der Transport von Kriegsmaterial Vorfahrt vor dem zivilen bekommt, sind die Verspätungen bei der Bahn, Staus auf den Autobahnen also Kriegstribute auf Kosten der Bevölkerung (7).

Welche Rolle spielen die Intellektuellen dabei? Welche Rolle ist ihnen dabei zugedacht? Wie sehen sie sich selbst, ihre Rolle und ihre Funktion? Die Frage unseres Kongresses in diesem Jahr).

Stützen der Gesellschaft — diese Bezeichnung haben wir von einem Bild von George Grosz (1893 — 1959) aus dem Jahr 1926 übernommen (8).

Bild

Wir sehen vornedran den Akademiker, vielleicht ein Arzt oder Apotheker, Rechtsanwalt oder Lehrer, ausgestattet mit den Insignien der Macht und den Malen der Unterwerfung: mit Schmiss, Säbel und Hakenkreuz; hinter ihm der Politiker (Sozialdemokrat) und der Journalist, und wiederum hinter diesen der Pope und das Militär (9).

Grosz hatte mit diesem Bild der Weimarer Republik den Spiegel vorgehalten (10): Die Stützen der Gesellschaft sind die des alten Regimes.

Die Intellektuellen selbst verstehen sich ja gerne als kritische Mahner ihrer Zeitgenossen, als Gewissen der Gesellschaft (11):

Folgende Darstellung entspricht dem Selbst-Bild der Intellektuellen viel besser.

Bild

Sie zeigt die Top-10 der Liste der „500 wichtigsten Intellektuellen Deutschlands“,

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