Arktis: Meereis in besonders schlechtem Zustand

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11-04-19 05:58:00,

Bild: Patrick Kelley/ CC BY 2.0

Die Arktis erwärmt sich rund doppelt so schnell wie der Rest des Planeten. Das Ergebnis: Die Eisfläche schrumpft auch im Winter

Das Meereis in der Arktis ist weiter im schlechten Zustand. Im März hatte es – wie üblich – sein diesjähriges Maximum erreicht und befindet sich nun auf dem raschen Rückzug. Wie seit inzwischen vielen Jahren fiel das Maximum weit unterdurchschnittlich aus.

Insbesondere auf dem Beringmeer zwischen Alaska und Sibirien gab es in diesem Winter extrem wenig Eis – weniger als je zuvor –, aber auch die Barentsee nordöstlich von Skandinavien war wie schon in den Vorjahren nur gering bedeckt.


Eisausdehnung in den letzten Jahrzehnten. 2019 rot.

(Bild: Alfred-Wegener-Institut, Lars Kaleschke)

Mit 14,55 Millionen Quadratkilometern fiel das diesjährige Maximum 880.000 Quadratkilometer geringer aus als der Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010, lag aber noch 260.000 Quadratkilometer über dem bisher niedrigsten Jahreshöchststand, ein Rekord, der erst im letzten Jahr aufgestellt worden war. Das geht aus den Daten des National Snow and Ice Data Center (NSIDC) der USA hervor.

Wie die Grafik des Alfred-Wegener-Instituts für Polar und Meeresforschung zeigt – dankenswerter Weise von Lars Kaleschke zur Verfügung gestellt, der dort über die Physik des Meereises forscht – fallen die jährlichen Maxima von Jahr zu Jahr geringer aus, auch wenn nicht in jedem Jahr ein neuer Minusrekord aufgestellt wird.

Und noch etwas macht die Abbildung deutlich. Das Eis zieht sich in den letzten Wochen besonders schnell zurück. Zur Zeit ist seine Ausdehnung so gering wie nie zuvor in den letzten 40 Jahren im April. Seit Ende der 1970er Jahren liegen entsprechende Satellitenbeobachtungen vor.


Eisbedeckung auf den nördlichen Meeren. Die blaue Linie gibt die Werte für die Saison 2018/19 wieder, die durchgezogene graue Linie gibt den Mittelwert für die Jahre 1981 bis 2010 an. Die gestrichelte Linie zeigt die Bedeckung in 2011/12.

(Bild: National Snow and Ice Data Center.)

Die zweite Grafik vom NSIDC zeigt die aktuelle Eisbedeckung im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010 und zur Saison 2011/2012. Letztere ist insofern interessant, als die Eisbedeckung im September 2012 auf ihren bisherigen historischen Tiefstand absackte und weite Teile des Arktischen Ozeans freigab.

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