Die Lücken-Presse

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11-04-19 07:26:00,

Zitat 1:

„Es nervt mich, mit wie viel Aufwand Sie immer wieder zeigen, wie uns die ARD wissentlich manipuliert. … Lieber weiter ‚was uns die ARD nicht sagt‘ mit dem Tenor, die verstehen einfach die Welt nicht und was uns wirklich interessiert“ (Leserbrief an Rubikon).

Zitat 2:

„Unsere angeblichen Leit- und Qualitätsmedien erwecken den Eindruck, die Meinung der Herrschenden sei die herrschende Meinung. Es gehört sogar zu den vornehmsten Aufgaben besagter Medien, diese Illusion zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Es ist gewissermaßen ihr Kerngeschäft — sind sie doch die Medien der Herrschenden“ (1).

ARD-aktuell erreicht täglich zehn Millionen Zuschauer und pflegt die Illusion, einen „umfassenden Überblick über das Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen“ (2) zu bieten. Das fordert angesichts des objektiv ungenügenden und häufig manipulierenden Nachrichtenangebots zum Widerspruch heraus. Die Kritik ist notwendig, man darf nicht einfach voraussetzen, dass sich das Millionenpublikum darüber im Klaren ist, Tag für Tag genasführt zu werden.

So sehr wir den Leserwunsch — Zitat 1 — verstehen, in der Rubikon-Rubrik „Wunderlampe“ nur vorzufinden, „was uns die ARD nicht sagt“ und „was uns wirklich interessiert“: Es wäre gänzlich unproduktiv und der Entwicklung des kritischen Bewusstseins sowie der Kritikfähigkeit nicht dienlich, wenn man die Manipulationsmaschine und ihre Wirkung sowie die Absichten ihrer Bedienungsmannschaft ganz außer Betracht ließe.

Einige Selbstverständlichkeiten vorweg: Die Tageschau-Redaktion muss aus einer Unzahl von Agentur-Meldungen eine Auswahl für ihre täglich circa zweieinhalb Stunden reine Sendezeit im Fernsehen und für ein paar Internet-Seiten treffen. Entscheidend ist, nach welchen Gesichtspunkten das geschieht, ob nach Partikularinteressen oder nach „anerkannten journalistischen Grundsätzen“ (3).

Dem Empfänger der ARD-aktuell-Nachrichten ist es möglicherweise egal, ob Manipulationen individuell und absichtlich erfolgen oder einfach nur aufgrund einer Systemlogik. Gleichgültig ist es trotzdem nicht.

Die Redaktionsleitung lehnt beispielsweise alle alternativen, nicht-transatlantisch genormten Agenturen und deren Informationsangebot ab. Das hat Konsequenzen, letztlich ist diese Einseitigkeit Teil einer illegitimen Meinungsmache und gefährdet den Frieden.

Heute haben wir ein Potpourri im Angebot: einmal quer durch die erste Aprilwoche 2019. Wir versuchen, piano zu beginnen und fortissimo zu schließen.

Video-Titel auf tagesschau.de:

„Machtkampf in Venezuela: Oppositionsführer Guaidó verliert Immunität“ (4).

Der Wortlaut der entsprechenden Nachricht in der Tagesschau-Hauptausgabe um 20 Uhr:

„Nach der Aufhebung seiner Immunität fürchtet Venezuelas selbsternannter Präsident Guaidó,

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