der-wahre-sieger

16-04-19 07:31:00,

Im Laufe der Geschichte haben finstere und reaktionäre Kräfte immer versucht, die Welt zu beherrschen; durch Gewalt, Betrug, indem sie das vorherrschende Narrativ gekapert und pervertiert oder Angst und Furcht verbreitet haben.

Durchweg sind mutige und ehrliche Menschen aufgestanden, sie haben die Lügen ans Licht gezerrt, sich Brutalität und Verkommenheit entgegengestellt. Manche haben irre und korrupte Herrscher mit dem Schwert und Schusswaffen bekämpft; andere wählten Worte als ihre Waffen.

Viele wurden zu Fall gebracht, die meisten sogar. Doch neue Mitstreiter erhoben sich; neue Widerstandsbanner wurden gehisst.

Sich zu widersetzen heißt, von einer besseren Welt zu träumen. Und träumen heißt leben.

Die Mutigsten der Mutigen haben niemals nur für ihr eigenes Land, ihre eigene Kultur gekämpft; sie haben für die ganze Menschheit gekämpft. Sie waren und sind, was man „intuitive Internationalisten“ nennen könnte.

Julian Assange, australischer Computerexperte, Denker und Humanist, hatte eine neue und weithin unerprobte Form des Kampfes gewählt: Er ließ ein ganzes Bataillon von Buchstaben und Wörtern, Hunderttausende Dokumente auf das westliche Imperium los. Er drang in Datenbanken ein, auf denen die Beweise für die grausamsten Verbrechen gespeichert waren, die der Westen seit Jahren und Jahrzehnten verübt. Toxische Geheimnisse wurden enthüllt; Wahrheiten offenbart. Jene, die schweigend litten, bekamen endlich ihr Gesicht und ihre Würde zurück.

Julian Assange stand einem kleinen Team engagierter Experten und Aktivisten vor. Einige von ihnen habe ich kennengelernt und war ungeheuer beeindruckt. Es mag nur ein kleines Team sein, doch es ist ihm gelungen, die Welt zu verändern. Zumindest hat es der westlichen Öffentlichkeit die Chance gegeben zu wissen und folglich zu handeln.

Nach WikiLeaks hat niemand in New York, Berlin, London oder Paris ein Recht zu sagen: „Das wussten wir nicht“. Wenn sie nicht davon wissen, dann, weil sie bewusst nichts wissen wollten, aus Opportunismus und Zynismus.

Julian Assange und seine Genossen haben veröffentlicht, was der Westen dem afghanischen Volk und all jenen antut, die überall im Mittleren Osten, in Afrika, in Asien und in Lateinamerika unter dem Neo-Kolonialismus und dem Imperialismus leiden.

Was halten die Kritiker von WikiLeaks Herrn Assange denn vor? Dass er die Spitzel und Agenten des westlichen Imperiums „bloßgestellt“ hat? Soll die Welt etwa Mitleid mit ihnen empfinden? Sollen Abermillionen von Opfern vergessen werden, nur damit die Mitglieder westlicher Geheimdienste und ihre Lakaien sich sicher und geschützt fühlen können?

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