die-losung

16-04-19 09:19:00,

Felix Feistel: Herr Prof. Dr. Wichtig, Sie behaupten, nach jahrzehntelanger Forschung endlich eine Lösung für das Problem des Atommülls gefunden zu haben, der bei der Energiegewinnung in Atomkraftwerken anfällt. Erstmal meinen Glückwunsch dazu.

Prof. Dr. Harald Wichtig: Vielen Dank. Ja, in der Tat, meine Kollegen und ich haben viele Jahrzehnte an dieser Problematik geforscht, und nun können wir mit Fug und Recht behaupten, das Problem gelöst zu haben.

Das ist eine wirklich beruhigende Nachricht. Viele Menschen machen sich schon sehr lange Sorgen um ihre Gesundheit, um das Grundwasser, ihre Lebensmittel und so weiter. Sie werden sicherlich froh sein zu hören, dass das in Zukunft nicht mehr nötig sein wird. Aber wie ausgereift ist Ihre Lösung denn? Ist sie schnell umsetzbar?

Aber natürlich. Wir haben mit allen beteiligten Akteuren gesprochen, die Bundesregierung eingeschlossen. Alle Vorbereitungen sind getroffen, und wir müssen jetzt im Grunde nur noch anfangen.

Und wer genau war an der Entwicklung dieser Lösung den beteiligt? Erzählen Sie uns doch etwas über Ihr Institut.

Sehr gerne. Ich gründete das Institut für Atomfolgenbeseitigung (IAFB) vor 30 Jahren dank großzügiger finanzieller Unterstützung der Energiewirtschaft in enger Kooperation mit ebendieser. Gemeinsam mit meinen Kollegen forsche ich seitdem an einer kostengünstigen, aber effizienten Methode, den Atommüll zu entsorgen. Schon seit Beginn der nuklearen Energiegewinnung machen besorgte Bürger auf die angeblichen Gesundheitsrisiken oder Gefahren für die Umwelt aufmerksam und fordern so etwas absurdes wie einen Atomausstieg, den die Bundesregierung ja dann auch beschlossen hat. Daher war der Druck natürlich sehr groß, schnell zu einer tragfähigen Lösung zu finden. Bei unserer Suche gab es viele gesundheitliche Bedenken, und natürlich spielt auch die Umwelt eine Rolle, aber unsere Arbeitgeber aus der Energiewirtschaft wollen sich natürlich nicht vorwerfen lassen, dass sie ihren Dreck nicht wegräumen, und so haben wir jahrzehntelang konsequent und entschlossen geforscht, und nun endlich die Lösung gefunden, die den Atommüll zum gesellschaftlichen Nutzen entsorgt.

Jetzt spannen Sie uns aber nicht länger auf die Folter. Was ist Ihre Lösung? Was wird mit dem Atommüll geschehen?

Also, ich möchte dafür etwas weiter ausholen. Zunächst einmal müssen wir hier differenzieren. Für die Entsorgung von schwach bis mittelstark radioakivem Abfall steht in Deutschland das Bergwerk Schacht Konrad bei Salzgitter zur Verfügung. Dort werden 90 Prozent des Volumens abgeladen, die aber nur 1 Prozent der gesamten Radioaktivität ausmachen.

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