ecuador-undurchsichtiges-spiel-gegen-assange-wikileaks-und-vorgangerregierung

16-04-19 09:59:00,

Julian Assange und Ex-Außenminister Ricardo Patiño 2014 in der Botschaft. Die Moreno-Regierung wirft beiden vor, Ecuador destabilisieren zu wollen. Bild: Cancilleria de Ecuador/CC BY-SA-2.0

Ecuardos Präsident ist in einen Korruptionsfall verwickelt, ein schwedischer Programmierer wurde mit dubiosen Gründen in Haft genommen, Facebook sperrt Seite von Correa

In Ecuador scheint die Regierung von Lenin Moreno nervös zu sein. Kaum hatte man sich in Absprache mit der britischen und vor allem der amerikanischen Regierung, aber offenbar ohne Einbeziehung von Schweden, Julian Assange entledigt, der von der britischen Polizei aus der Botschaft abgeschleppt wurde, ging man in Ecuador gegen einen angeblichen Vertrauten von Assange vor.

Moreno wollte Assange schon lange loswerden, um ein besseres Verhältnis zu den USA zu schmieden, was man mit der Anti-Maduro-Allianz bereits vorbereitet hat. Vermutlich hat der Beschluss, Assange an die britische Justiz zu übergeben, den Hintergrund, dass Großbritannien den WikiLeaks-Gründer an die USA ausliefern wird. Schweden hat man, wie es aussieht, in die “Verschwörung” nicht einbezogen.

Update: Der ecuadorianische Präsident Lenín Moreno fügte gestern eine neue Beschuldigung gegen Assange an. In der Botschaft in London habe Assange ein “Spionagezentrum” einrichten wollen, behauptet er, ohne den Vorwurf näher zu auszuführen. Und er wiederholte, dass Assange sich ungebührlich verhalten habe, vor allem was die Hygiene angeht.

Das US-Justizministerium hat nun einen Fall konstruiert, die Schwelle einer Auslieferung niedrig zu setzen, so dass die britische und ecuadorianische Regierung ihr Gesicht wahren können. Erst einmal wurde der Spionagevorwurf fallengelassen, Assange wird bezichtigt, Manning beim unerlaubten Zugriff auf Pentagon-Computer durch das Knacken eines Passworts geholfen zu haben, worauf maximal 5 Jahre Gefängnisstrafe stehen (Koordinierte Aktion von Ecuador, USA und Großbritannien).

Allerdings fürchten viele britische Abgeordnete dennoch einen Imageverlust für Großbritannien, gerne als Pudel der USA bezeichnet, weil offen ist, ob in den USA nicht doch weitere Klagen gegen Assange eröffnet werden. Deswegen fordern sie eine Auslieferung an Schweden. Dort hat die Staatsanwaltschaft aber noch nicht entschieden, ob sie den Fall mit den Vergewaltigungsvorwürfen wieder aufrollen will.

Angeblich habe Ecuador mit Großbritannien vereinbart, dass Assange in kein Land überstellt werde, in dem ihm die Todesstrafe droht. Damit müssten eigentlich die USA ausgeschlossen sein, auch wenn sie nun eine Anklage vorgelegt haben,

 » Lees verder