der-macht-wahn

17-04-19 06:30:00,

Ja, neueste Forschungsergebnisse bestätigen, dass Venezuelas Rohstoffvorkommen so groß sind, dass sie alleine den Weltbedarf an Erdöl für die nächsten dreißig Jahre decken könnten. Und es hat in seinem Orinoco-Becken und anderen Gebieten noch viel mehr als Öl zu bieten.

Aber es geht nicht „nur um Öl“ — ganz und gar nicht.

Jene, die annehmen, dass es einfach „Geschäftsinteressen“ und die legendäre westliche Gier sind, die den westlichen Terror auf der ganzen Welt verbreiten, begreifen meines Erachtens das Wesentliche nicht.

Mir ist aufgefallen, dass diese Personen und Analytiker wirklich glauben, dass „der Kapitalismus an allem schuld ist“ und dass er die Kultur der Gewalt erschafft, der weder Opfer noch Täter entrinnen können.

Nachdem ich überall auf der Welt gearbeitet habe, bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass der Kapitalismus eine Folge der westlichen Kultur ist, die hauptsächlich auf Expansionismus, Exzeptionalismus und Aggression beruht. Zudem baut er auf einem tief verwurzelten Bedürfnis auf, zu kontrollieren und zu gebieten. Finanzielle und monetäre Habgier ist nur eine Nebenerscheinung dieser Kultur, die ihre Überlegenheit zu etwas erhoben hat, das als religiös oder gar als religiös fundamentalistisch bezeichnet werden könnte.

Oder anders ausgedrückt:

Die Hauptreligion Europas und Nordamerikas ist heute der Glaube an die eigene Überlegenheit.

Inwiefern sind die Szenarien in Libyen, Syrien und Venezuela vergleichbar? Warum war der Westen so sehr darauf aus, diese drei — auf den ersten Blick so unterschiedlichen — Länder so bösartig anzugreifen und schließlich zu zerstören? Die Antwort ist ganz einfach, wenngleich sie im Westen nicht geäußert wird — zumindest nicht öffentlich:

Alle drei Länder standen an der Spitze der Förderung des entschiedenen Kampfes für Konzepte wie den „Pan-Afrikanismus“, den „Pan-Arabismus“ und die „Patria Grande“ — also im Wesentlichen die lateinamerikanische Unabhängigkeit und Einheit.

Gaddafi, Al-Assad und Chavez sind bis heute regional und international als anti-imperialistische Kämpfer anerkannt, die hunderte Millionen von Menschen inspirieren und ihnen Hoffnung schenken.

Gaddafi wurde ermordet, Chavez wahrscheinlich auch getötet und Al-Assad und sein Volk kämpfen seit langen Jahren buchstäblich ums Überleben.

Der gegenwärtige venezolanische Präsident Maduro, der sich entschlossen den Idealen der bolivarischen Revolution verpflichtet hat, hat bereits mindestens einen Mordversuch überlebt und ist nun direkten, mafiösen Drohungen des Westens ausgesetzt. Sein Land könnte jederzeit angegriffen werden — direkt oder durch die lateinamerikanischen Satellitenstaaten des Westens.

 » Lees verder