Aus Liebe zum Leben

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18-04-19 10:48:00,

„Es gibt nur einen Zeitpunkt, an dem es wichtig ist zu erwachen. Dieser Zeitpunkt ist jetzt“ — Buddha.

Bruno hat mir Mut gemacht, ich werde ihn nie vergessen. Seit 19 Jahren gibt es von ihm kein Lebenszeichen mehr. Damals wollte er sich auf der Insel Borneo im malaysischen Gliedstaat Sarawak durch den Dschungel zu seinen Freunden durchschlagen, den letzten Penan-Waldnomaden. In Malaysia galt er als Staatsfeind, weil er die Eingeborenen im Kampf gegen die Abholzung des Regenwaldes unterstützte.

Im Orwellschen Jahr 1984 reiste der Schweizer Umweltaktivist Bruno Manser erstmals nach Sarawak und wurde von den Penan als einer der ihren aufgenommen. Er passte sich ihrer Lebensweise an, sprach ihre Sprache, ging mit dem Blasrohr auf die Jagd, ernährte sich von Sago und Affenfleisch. Doch die Ureinwohner waren besorgt: Internationale Holzfirmen walzten mit Bulldozern und Motorsägen den Wald nieder, um den Hunger der Industrieländer nach edlen Tropenhölzern zu stillen. Bruno organisierte den Widerstand.

1988 setzten die Holzfirmen ein Kopfgeld auf ihn aus. Unter abenteuerlichen Umständen gelang es ihm, in die Schweiz zurückzukehren, wo er die Öffentlichkeit auf die Situation der Penan aufmerksam machte. Er setzte sich ein für ein Tropenholz-Importverbot und eine klare Deklaration der Hölzer in den Geschäften.

1993 erschien mein Buch „Ego und Gomorrha — Texte wider die Suizidgesellschaft“. Bruno teilte meine Analyse der weltweiten Umweltzerstörung, die durch eine neoliberale Wirtschaft vollstreckt und durch opportunistische Politiker begünstigt wird. Wir haben der Natur den Krieg erklärt und damit den Samen gesät für den künftigen Krieg zwischen den Menschen. An der Öko-Front stehen sich Umweltschützer und -zerstörer gegenüber: Hin und wieder fallen Schüsse, vereinzelt explodieren Bomben, ein paar Schiffe werden ausgeschaltet, ein paar Anschläge verübt und hin und wieder muss ein Mensch dran glauben.

Ich befürchte eine verhängnisvolle Eskalation: Zunahme der Weltbevölkerung, Konzentration der Menschen in Großstädten, landwirtschaftliche und industrielle Überproduktion, Überfischung der Weltmeere, Vergiftung der Böden, Abholzung des Regenwaldes, Plünderung der Rohstoffe, Aufheizung des Klimas, Zerstörung des Lebensraumes. Diese Faktoren lösen eine ökologische Krise und soziale Unruhen aus. Die Unruhen führen zu politischen Krisen und diese zu einer Weltwirtschaftskrise. Die Situation verschärft sich. Militante Umweltschützer lehnen sich gegen jene auf, die die Natur zerstören.

Im ökologischen Weltbürgerkrieg bekämpfen sich Öko-Rebellen und umweltfaschistische Einzelne, Betriebe, Konzerne, Organisationen und Regierungen.

Das ist die historische Entwicklung: Aufklärung,

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