Tagesdosis 23.4.2019 – Watergate 1973 und Julian Assange 2019 | KenFM.de

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23-04-19 12:07:00,

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Watergate – Ein Zauberwort der amerikanischen Kultur. Zeitungsreporter, allen voran Bob Woodward und Carl Bernstein von der Washington Post deckten 1973 auf, dass die Einbrüche im Hauptquartier der Demokratischen Partei, bei denen Dokumente fotografiert und Abhörwanzen installiert werden sollten, letztlich auf das Konto von Präsident Nixon gingen. Eine Lawine von Ermittlungen der amerikanischen Presse folgte und die Verstrickung oder die direkte Urheberschaft der US Regierung in vielfältige Verbrechen und Korruptionsskandale wurde bekannt. Schließlich begann ein Amtsenthebungsverfahren gegen den US Präsidenten Richard Nixon, der am 9. August 1974 zurücktreten musste. 

Der Skandal zeigte auf vielfältige Weise, wozu die Regierungskaste der USA fähig war. Eine Erkenntnis, die in den 70er Jahren in den USA unausweichlich war. Der Vietnamkrieg bewies es tagtäglich, aber auch die Ermittlungsergebnisse des Church Committees aus dem Jahr 1975, eines Untersuchungsausschusses, der unter anderem aufdeckte, dass die CIA z.B. Mordanschläge gegen unliebsame fremde Machthaber durchführte, wie Patrice Lumumba, Fidel Castro oder auch den chilenischen General Rene Schneider, der loyal zu Allende war, dass die CIA unter dem Decknamen MKUltra geheime Menschenexperimente mit Todesfolge unternahm, um Bewusstseinskontrolle zu erproben und das FBI die illegale Überwachung, Diskreditierung und aktive Manipulation verschiedener Bürgerrechtsgruppen und linker Aktivisten praktizierte.

Beim Watergate Skandal war es der Whistleblower Mark Felt, Vizedirektor des FBI, der als Informant mit dem Tarnnamen Deep Throat den beiden Journalisten Woodward und Bernstein Tips gab, um sie auf die richtige Spur zu lenken. Er gab ihnen also illegal geheime Regierungsinformationen preis, und die Washington Post agierte wie die Informationsbeschaffung eines Geheimdienstes, um diese Informationen zu verifizieren. Eine Tätigkeit, die als Investigativjournalismus bezeichnet wird, die in freiheitlichen Demokratien geschützt ist, weil sie eine systemrelevante Korrekturfunktion darstellt.

Oder als Verbrechen und Verrat bezeichnet wird, die mit schärfsten Strafen geahndet werden. Aber das geschieht nur in autoritär regierten Ländern, die faschistisch oder auf dem Weg in den Faschismus sind.

Watergate war ein Tiefpunkt in der Geschichte der USA, die sich selbst als exzeptionell, also außergewöhnlich oder einzigartig unter den Staaten einordnet, als demokratisches Vorbild. Die Aufklärung der Affäre durch Journalisten aber war die Ehrenrettung,

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