Syngentas Milliardengeschäft mit hochgefährlichen Pestiziden

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26-04-19 12:34:00,

Ein Traktor sprüht die Pestizide auf die Felder im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso.


Carla Hoinkes / 26. Apr 2019 –

Syngenta profitiert im Geschäft mit hochgefährlichen Pestiziden von schwachen Regulierungen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Red. Carla Hoinkes, die Autorin dieses Gastbeitrages, ist Fachmitarbeiterin Landwirtschaft, Biodiversität & Geistiges Eigentum bei Public Eye (früher Erklärung von Bern). Der Beitrag basiert auf einer Recherche von Public Eye auf Grundlage exklusiver Daten.

Kerngesundes Gemüse, glückliche Familien aus aller Welt, engagierte Bäuerinnen und Bauern und wunderbare Landschaften. Alles unterlegt mit computergenerierten Rhythmen und Klängen. Dazu ein akkurat gescheitelter Herr im dunklen Anzug, der seinen eindringlich dargebotenen Worten durch ausladende Gesten zusätzliches Gewicht verleiht. Das alles gibt es in nur einer Minute und zwanzig Sekunden auf dem Youtube-Kanal des Konzerns Syngenta aus Basel. «The future of sustainable agriculture» heisst das Video, «Die Zukunft nachhaltiger Landwirtschaft.»

Der Herr im Video ist Erik Fyrwald, CEO von Syngenta. Er zeichnet das Bild einer Landwirtschaft, die Konsumentinnen und Konsumenten nicht nur mit «wunderbaren, sicheren, erschwinglichen und gesunden Nahrungsmitteln» versorgt, sondern dies in einer Weise tut, «die unsere Erde schützt». Er verspricht, Syngenta werde weiterhin dazu beitragen, «die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Für unsere Kinder, unsere Enkelkinder und unzählige weitere Generationen».

Toxische Profite

Das sind nichts als schöne Worte, wie eine Recherche von Public Eye auf der Basis von exklusiven Industriedaten zeigt. Während mehrerer Monate haben wir das ebenso undurchsichtige wie lukrative Geschäft mit hochgefährlichen Pestiziden unter die Lupe genommen. Wir haben die Pestizid-Verkaufszahlen der privaten Marktanalyse-Firma Phillips McDougalls mit den 310 Substanzen abgeglichen, die wegen ihrer grossen Risiken für die Umwelt oder die menschliche Gesundheit auf der Liste der «hochgefährlichen Pestizide» des Pesticide Action Network (PAN) stehen.

Gemäss unseren Schätzungen hat im Jahr 2017 kein Konzern mehr Geld mit diesen Substanzen verdient als der Basler Multi: schätzungsweise 3,9 Milliarden US-Dollar. Das sind mehr als 40 Prozent der 9,2 Milliarden Dollar Umsatz, die der Konzern mit dem Pestizidverkauf insgesamt generierte. 15 der 32 Pestizide, die Syngenta als ihre Bestseller präsentiert, stehen auf der Liste von PAN. Und: während der Konzern sich mit «erstklassiger Forschung und innovativen Lösungen» brüstet, hat er seit 2000 gerade einmal acht neue Moleküle entwickelt.

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