Trump-Methode: “Schrittweise wirtschaftliche Strangulation”

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26-04-19 01:20:00,

Bild: Weißes Haus

Der US-Präsident droht gerne militärisch, folgt aber einer bislang einer bilateralen ökonomischen Eskalationsdynamik

Gérard Araud war bis Mitte April französischer Botschafter in Washington. Er hat nach fünf Jahren im Amt seine Erfahrungen mit Barack Obama und Donald Trump gemacht. In einem Interview mit Foreign Policy konnte der Diplomat nun frisch von der Leber sprechen. Er sagt nicht wirklich Neues, aber doch sehr akzentuiert. Seiner Meinung nach kann Donald Trump es nicht verwinden zu verlieren. Aus diesem Grund pflege er eine “Eskalationsdominanz”.

Obama sei “letztlich ein Bürokrat, ein Introvertierter, grundsätzlich ein ein wenig unnahbarer, ein zurückhaltender Präsident” gewesen, auch mitunter arrogant. Man habe mit seiner Administration normal arbeiten können, seine Mitarbeiter hätten sagen können, was der Präsident denkt und was er machen wird. Trump hingegen sei ein “Extrovertierter, ein wirkliches Großmaul, der praktisch nichts oder fast nichts liest”. Entscheidungen werden spontan gefällt, die Mitarbeiter wechseln über Nacht, viele Posten und Büros seien nicht besetzt. Niemand könne sagen, was der Präsident vorhat, von seinen Entscheidungen werden auch die Minister überrascht. Und wenn der Präsident etwas sagt, wissen seine Mitarbeiter oft nicht, was das bedeutet.

Klar sei Trump nur, wenn es um den Handel geht, den er als “Nullsummenspiel auf einer bilateralen Grundlage und auf der Grundlage des kruden Machtgleichgewichts beider Seiten” versteht. Es sei ein Merkantilismus aus dem 18. Jahrhundert, China werden genauso wie die Großbritannien oder die USA behandelt. Der Westen sei dem Präsidenten egal: “Er ist ein Nationalist. Er ist America Alone.”

Deals, auch mit der Waffe in der Hand

Trump ist ein Geschäftemacher, als Unternehmer hat er auch gepokert und letztlich alleine gehandelt. Er ist kein Teamplayer, sondern ein Solipsist, der nun eine Großmacht wie ein Familienunternehmen leiten will – oder das nicht anders kann. Trump könnte aber einen Vorteil vor anderen, seriöseren und verlässlicheren US-Präsidenten haben, die letztlich immer die militärische Karte ausspielten. Trump hält zwar an der notwendigen Dominanz der militärischen Macht fest, weswegen er auch die Militärausgaben erhöht hat, aber denkt nicht militärisch, wie man das kurzzeitig im Hinblick auf Nordkorea denken konnte, als er seine Armada auffahren ließ und mit einem Atomkrieg drohte. Krieg scheint für ihn nicht die Fortsetzung der Politik zu sein, sondern militärische Macht ist für ihn ein Mittel,

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