Entschuldigt euch!

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27-04-19 09:27:00,

Vor einigen Jahren, als wir an unserem Buch „Über den westlichen Terrorismus — von Hiroshima bis zum Drohnenkrieg“ arbeiteten, fragte mich Noam Chomsky, der renommierte Linguist und Denker, geradeheraus: „Hältst Du es für möglich, dass die meisten Europäer wirklich nichts über die Verbrechen wissen, die ihre Länder auf der ganzen Welt begangen haben?“ „Sie wissen es nicht … Sie wollen es nicht wissen … Sie gehen auf Nummer sicher, dass sie es nie wissen werden.“, antwortete ich.

Es ist eine allgemein anerkannte und bewiesene Tatsache, dass Europa und Nordamerika auf Hunderten von Millionen von Leichen errichtet wurden, die George Orwell „Unpersonen“ nannte. Aber dies hat nie das Unterbewusstsein der weißen Rasse erreicht, die im sogenannten Westen und in der eroberten Welt von Lateinamerika über Afrika bis Asien lebt.

Wenn die Gräuel der Vergangenheit an Universitäten wie Cambridge, Oxford oder an der Sorbonne thematisiert werden, wurden diese vorher sorgfältig abgemildert durch schockabsorbierende akademische Fachbegriffe. Oder sie werden in den europäischen Kneipen mit lautem Jubel und Gläserklirren kleingeredet oder sogar geleugnet.

Es ist nichts, was in der „höflichen Gesellschaft“ angesprochen wird.

Und doch steht das Thema nicht nur mit der schrecklichen Weltgeschichte in Verbindung.

Alles, was wir jetzt auf der ganzen Welt erleben, erwächst zu einem gewissen Grad aus dieser Vergangenheit. Von Kriegen bis zur Plünderung natürlicher Ressourcen; von schamlosen „Regimewechseln“ bis zu furchtlosen Provokationen Russlands, Chinas und des Irans durch den Westen.

Selbst das, was die Menschen lesen oder wie sie denken, hat seine Wurzeln in Kolonialismus, Holocaust und Sklaverei.

Nur das Thema zu erwähnen, hat viele tapfere Männer und Frauen das Leben gekostet. Patrice Lumumba, der den Kolonialismus anprangerte, wurde von den Briten und den USA skrupellos ermordet. Präsident Sukarno wurde gestürzt und bis zu seinem Tod inhaftiert, genauso wie viele andere Menschen.

Den Kolonialismus des Westens und seine Verbrechen gegen die Menschheit, seine Könige, Armeen, Religionen und normale Bürger, anzuprangern, ist ein gefährliches Unterfangen, das oft mit dem Tod enden kann.

Doch sind die Verbrechen so monströs, dass immer wieder große und mutige Leute aufstehen und mit den Fingern auf Europa, die Vereinigten Staaten und die Eliten europäischer Abstammung in Lateinamerika und anderswo zeigen.

So auch kürzlich der links gerichtete Präsident Mexikos Andres Manuel Lopez Obrador (AMLO),

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