Gespaltene Gesellschaft

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27-04-19 09:31:00,

Ein schreckliches Bild ging die letzten Tage um die Welt. Und darauf zu sehen war: Notre-Dame in Flammen. Das Volk, das seit Monaten gegen die neoliberale Politik Macrons streikt, steht still und ist zutiefst erschüttert. Ein so geschichtsträchtiges und tief verankertes Wahrzeichen der französischen Kultur brennt und stürzt halb in sich zusammen. Ein Land in Trauer.

Kurz darauf — binnen weniger Stunden — wird durch großzügige Spender („Frankreichs Superreiche“ — wie es in der Presse heißt) knapp eine Million Euro für den Wiederaufbau des Gebäudes zusammengetragen. Der Plan ist nun, die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen.

Die vorangegangene Trauer schlägt dadurch rasch in Entrüstung und Empörung um. Das Geschrei ist groß: „So viel Geld für ein Bauwerk? Und was ist denn mit den hungernden Menschen auf der Welt? Warum wird das Geld nicht dort investiert, wo Menschen es nicht nur zum Leben, sondern zum blanken Überleben benötigen?“

Zum einen verurteilen die Empörten, dass eine so horrende Summe für ein Gebäude ausgegeben wird. Zum anderen stellen sie die Frage, wer durch diesen Brand am Schluss sogar Profit zu schlagen versucht. Ist es Macron? Sind es die „Superreichen“? Ist es gar das französische Volk oder die Gelbwesten? Fragen über Fragen, Meinungen über Meinungen. Die Diskussion ist in vollem Gange.

Aber ist es nicht komplette Energieverschwendung, sich an einer solchen Debatte zu beteiligen?

Seien wir mal ehrlich: Von der ungleichen und ungerechten Verteilung des Geldes auf unserem Planeten weiß doch wohl jeder von uns. Das Problem unserer Welt ist nicht die Tatsache, dass nicht genügend Geld vorhanden ist, damit allen Menschen die nötigsten Grundnahrungsmittel zur Verfügung stehen; oder dass sie zumindest ihre Grundbedürfnisse erfüllen können. Das Problem unserer Welt ist das System hinter den Kulissen.

Jeden Tag wird noch viel mehr Geld für viel sinnlosere Sachen ausgegeben. Nur treten dies die herrschenden Medien in den meisten Fällen nicht breit oder lassen es bewusst unerwähnt — wie die deutschen Beispiele Stuttgart 21 und der Berliner Flughafen zeigen. Dort werden täglich absurde Summen in den Satz gesetzt, die mit Sicherheit an anderen Stellen dringender gebraucht würden.

Nun geht es vielen Menschen um das Thema „Hungersnot“. Berechtigterweise!

Dass in der heutigen Welt immer noch so viele Menschen verhungern und verdursten, obwohl die Mittel dagegen vorhanden sind — und oft nur nicht an der nötigen Stelle eingesetzt werden —,

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