STANDPUNKTE • Die Ungerechtigkeit des Klimas | KenFM.de

standpunkte-die-ungerechtigkeit-des-klimas-kenfm.de

27-04-19 07:56:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Von  Natalie Shiro Beck.

Die Tatsache, dass die Ursachen und die Auswirkungen des Klimawandels sich auf unserem Erdball nicht proportional verteilen, ist keine Neuheit. Dennoch offenbart die Vielzahl an Negativreaktionen auf die “Fridays for future”-Proteste, die vorherrschende Ignoranz dafür, dass es schon längst nicht mehr um “future”, also die Zukunft geht, sondern schon heute eine Sache von Leben und Tod ist.

Seit Monaten gehen weltweit Kinder und Jugendliche freitags während der Unterrichtszeit für den Klimaschutz auf die Straße. Anfang März demonstrierten in Hamburg nach Angaben der Veranstalter fast 10.000 Schülerinnen und Schüler angeführt von der mittlerweile für den Nobelpreis nominierten Schwedin Greta Thunberg.

Nur wenige Tage später brach der zerstörerische Zyklon Idai über die mosambikanische Hafenstadt Beira ein. Ich weiß, der Klimawandel hat Idai nicht verursacht. Zyklone gehören seit jeher zu den Wetterphänomenen der Region und in den vergangenen Jahren haben sie nicht zugenommen. Aber der Klimawandel hat die Folgen der Katastrophe maßgeblich verschlimmert. Zyklone ziehen ihre Energie zum Teil aus der Temperatur der Wasseroberfläche der Meere.

Steigende Temperaturen beeinflussen somit ihre Intensität, die Windhöchstgeschwindigkeit, die Stärke der Regenfälle sowie die Höhe der Flutwellen. Auf bis zu sechs Meter türmten sich diese, als Idai über Mosambik nach Malawi und Simbabwe landeinwärts zog. Hunderte, womöglich über tausend Menschen ertranken, Hunderttausende sind obdachlos, Tausende von der Außenwelt abgeschnitten und die zweite Welle der Katastrophe steht erst bevor:

Große Teile der Ernte sind vernichtet und das nur langsam abebbende Flutwasser ist der ideale Herd für epidemische Krankheiten wie Cholera. Schon jetzt gilt Idai als eine der folgenschwersten Naturkatastrophen ihrer Art. Zyklon Idai ist jedoch nur das jüngste Extrem-Wetterereignis, das die Region in Mitleidenschaft zieht.

2016 war es der Wetterzyklus von El Niño, von dem angenommen wird, dass er der stärkste seit 50 Jahren war, der die Ernährungssicherheit im südlichen Afrika stark beeinträchtigte. Laut der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation führten die trockenen Wetterbedingungen in großen Gebieten Simbabwes, Malawis, Sambias, Südafrikas, Mosambiks, Botswanas, Lesothos, Swasilands und Madagaskars damals dazu, dass sich rund 32 Millionen Menschen die Ressourcen zur Beschaffung von Nahrungsmitteln nicht leisten konnten.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: