Stiftung Bill Gates behindert Prävention gegen Malaria

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29-04-19 02:06:00,

Urs P. Gasche / 29. Apr 2019 –

Gates sponsert grosszügig ein Novartis-Medikament gegen Malaria. Aber eine wirksame, billige Prävention interessiert ihn nicht.

Im subtropischen Afrika sterben jedes Jahr 350’000 Kinder unter fünf Jahren noch immer an Malaria. Das schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Bill & Melinda Gates Foundation gibt diese Zahl mit 430’000 an. Zum Vergleich: In ganz Afrika sterben laut WHO rund 100’000 Kinder an Masern.

An Malaria erkranken im subtropischen Afrika Hunderttausende Erwachsene immer erneut und müssen behandelt werden. Malaria sei deshalb für die Gates-Stiftung «eine Top-Priorität». Nach eigenen Angaben hat die Stiftung des Microsoft-Gründers bereits fast zwei Milliarden Dollar allein zur Bekämpfung von Malaria ausgegeben. Ihr Ziel sei «eine Welt, in der es keine Malaria gibt».

Der Pharmakonzern Novartis, welcher das Malariamedikament Coartem im Jahr 1999 auf den Markt gebracht hatte, zitiert auf seiner Webseite die senegalesische Professorin Awa Marie Coll-Seck mit den Worten: «Auch dank Novartis wird vielleicht schon die nächste Generation in einer Welt ohne Malaria leben».

Eine Welt ohne Malaria ist eine Illusion

Doch eigentlich müsste die Euphorie verflogen sein. Denn in den letzten zwei Jahren nahmen die Todesfälle nach Angaben der WHO wieder leicht zu statt ab. Dies hat offensichtlich mit aufkommenden Resistenzen gegen das Malaria-Medikament Coartem zu tun, das seit Anfang des Jahrhunderts im Einsatz ist. Die Gates-Stiftung räumt auf ihrer Homepage ein: «Die zunehmende Resistenz gegenüber Medikamenten und Insektiziden ist eine unmittelbare Bedrohung der kürzlich erreichten Fortschritte und ein Hindernis für zukünftige Fortschritte.»

Coartem, das in Europa unter dem Namen Riamet vertrieben wird, enthält ein Derivat der Substanz Artemisinin, genannt Arthemeter, sowie den synthetischen antiparasitären Wirkstoff Lumefantrin. Den Wirkstoff Artemisinin lässt Novartis in China aus dem Beifusskraut, lateinisch «Artemisia annua», extrahieren.

Wegen aufkommender Resistenzen gegen diese Kombinationstherapie von Arthemeter/Lumefantrin gab Novartis letztes Jahr bekannt, in den nächsten fünf Jahren hundert Millionen Dollar zu investieren, um ein «neuartiges Malariamittel der nächsten Generation» zu entwickeln.

Exklusives Verkaufsrecht in Afrika zum Selbstkostenpreis

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Novartis im Jahr 2001 das Recht gewährt,

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