“Schmutziges Gas statt schmutziger Kohle”

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30-04-19 06:29:00,

Screenshot aus dem Werbevideo der EU für amerikanisches Fracking-Gas

Aktivisten protestieren gegen die gemeinsame Energiepolitik der EU-Kommission und der Trump-Regierung. Sie fordern einen sofortigen Stopp der Importe von Fracking-Gas aus den USA

Hunderte Aktivisten und Bürgerinitiativen auf beiden Seiten des Atlantiks richten sich gegen weitere Importe von Fracking-Gas aus den USA in die EU. In einer Erklärung fordern die 200 Erstunterzeichner, “den transatlantischen Handel von durch Fracking gewonnenen Kohlenwasserstoffen umgehend zu stoppen”.

Anlass der Initiative ist ein für Donnerstag geplantes Treffen des gemeinsamen Energierates der US-Regierung und der EU-Kommission. Auf dem “EU-US Energy Council” sollen Preismechanismen, Investitionen in Infrastruktur und technische Voraussetzungen für den Import von Fracking-Gas aus den USA diskutiert werden. Das in Nordamerika geförderte Erdgas kommt in Form von Flüssiggas (LNG) nach Europa (“Erdgas wird die neue Kohle”).

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), eine der beteiligten Organisationen, kritisiert, dass die ökologischen Folgen von Fracking sowie die Auswirkungen auf die Klimaziele in Europa bei den Überlegungen keine Rolle spielen. Gemeinsam mit den anderen Unterzeichnern lehnt die Organisation es ab, den Import von Fracking-Gas in die EU weiter zu erhöhen. Für Sascha Müller-Kraenner ist es offensichtlich, dass die Europäische Union mit ihrer Klimastrategie nicht vorankommt. Stattdessen verhandle man “im Hinterzimmer mit Lobbyisten über neue fossile Importe”, so der Bundesgeschäftsführer der DUH:

Dieses Pläneschmieden für bald nicht mehr brauchbare Infrastruktur, noch dazu für umweltschädliches Fracking-Gas, ist nicht mit den Klimaschutzzielen der EU vereinbar und muss aufhören. Wir fordern einen sofortigen Bau- und Planungsstopp für Infrastruktur, die dem Import von Fracking-Gas dienen soll.

Sascha Müller-Kraenner

Den Handel von Fracking-Gas voranzutreiben, bedeutet nach Ansicht der Unterzeichner einen großen Rückschritt für den notwendigen Wechsel zu Erneuerbaren Energien. Constantin Zerger verweist darauf, dass die Klimabilanz von Fracking-Gas keinesfalls besser sei als die von Kohle. “Schmutziges Gas statt schmutziger Kohle kann keine Formel für den Klimaschutz sein”, so der Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der DUH.

Obama erklärte die Energieversorgung der EU-Staaten zu einer Frage der “Nationalen Sicherheit” der USA

Für ihre Erklärung haben sich die Klimaaktivisten einen symbolischen Termin ausgesucht: Am heutigen Dienstag bricht der amerikanische Energieminister Rick Perry nach Europa auf. In Brüssel will er sich, begleitet von hochrangigen Beamten seines Ministeriums,

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